Thyssen-Krupp

Starkes Signal der Krupp-Stiftung

Die Beitz-Nachfolgerin Ursula Gather wechselt in den Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp. Sie sollte sich auch öffentlich stärker einbringen.

Es ist ein starkes Signal der Krupp-Stiftung, dass die Nachfolgerin von Berthold Beitz in den Aufsichtsrat des Konzerns wechselt. In einer Phase des Umbruchs im Unternehmen demonstriert Ursula Gather einen Gestaltungswillen, den mancher vermisst hat und der zu Zeiten von Beitz noch als typisch für die Stiftung galt. Als größte Einzelaktionärin hat die Krupp-Stiftung ohnehin große Verantwortung, wenn es um Standorte, Arbeitsplätze und die Zukunft der Firma geht.

Bei den monatelangen Vorbereitungen für eine Stahlfusion von Thyssen-Krupp mit dem indischen Konzern Tata wirkte die Stiftung seltsam sprachlos. Mehr als ein grundsätzliches Bekenntnis zu den einschneidenden Plänen von Vorstandschef Heinrich Hiesinger war vom Essener Hügel nicht zu vernehmen. Dabei geht es beim Stahl um nicht weniger als die Keimzelle des Unternehmens.

Nun kann sich Ursula Gather über ihren Sitz im Aufsichtsrat auch direkt im wichtigsten Kontrollgremium des Konzerns positionieren. Wünschenswert wäre aber auch, dass sich die Stiftung nicht nur hinter den Kulissen, sondern zugleich öffentlich stärker einbringt. Wenn unklar ist, für welche Werte und Ideen die Krupp-Stiftung steht, wird der Einfluss, der vom Hügel ausgeht, weiter schwinden.

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