Aktionsplan Schwimmen

Schwimmen können - die neue soziale Frage

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Die Landesregierung will die Nichtschwimmer-Quote bei Grundschulkindern senken. Ein wichtiges, aber schwieriges Unterfangen.

Die DLRG warnt seit Jahren, dass Deutschland zu einem Land der Nichtschwimmer zu werden drohe. Die bedrückend hohe Zahl an Badetoten verlieh dem Alarmruf in der vergangenen Saison eine zusätzliche Dramatik. Selbst wenn es keine verlässliche Statistik zur Nichtschwimmer-Quote gibt: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass grundlegende Fähigkeiten für Zehnjährige heute keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Der Aktionsplan der Landesregierung zielt deshalb in die richtige Richtung, kann aber nur ein Anfang sein.

Denn es gibt ein Bündel an Gründen, warum Kinder heute nicht mehr Schwimmen lernen. Berufstätigen Eltern fehlt häufig die Zeit zum Üben. Kita oder OGS wiederum können mit den vorhandenen kargen Mitteln nicht auch noch den Seepferdchen-Kurs stemmen. Vielen Schulen fehlen Wasserzeiten für mehr Unterricht, weil Kommunen Bäder schließen mussten oder lieber Spaß-Oasen bauten statt Lehrschwimmbecken. Grundsätzlich fehlt es an Lehrern und Kursen. Manchmal wartet man Monate auf einen Platz. Nicht zuletzt hat sich „Schwimmen können“ zur sozialen Frage entwickelt: Während die einen Eltern teure Privatkurse buchen, scheren sich andere nicht um die Schwimmfähigkeiten ihrer Kleinen. Und Flüchtlingskinder, die nicht selten mit acht Jahren zum ersten Mal ein Hallenbad von innen sehen, sind längst eine besondere Risikogruppe.

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