K-Frage

Rütteln am Kanzleramts-Zaun

Tobias Blasius

Tobias Blasius

NRW-Ministerpräsident Laschet lässt sich von SPD-Altkanzler Schröder als Kanzlerkandidat der Union empfehlen. Ein gewagtes Manöver.

Gerhard Schröder wettet also auf Armin Laschet als nächsten Kanzlerkandidaten der Union. Die ultimative Lobhudelei des SPD-Altkanzlers lässt sich der NRW-Ministerpräsident in einem ungewöhnlichen Doppel-Interview gerne gefallen. Mehr mediales Rütteln am Kanzleramts-Zaun geht nicht. Schröder ist seit seinen Scharmützeln mit Oskar Lafontaine in den 90ern Experte im Weichkochen von Saarländern. Ob aber die zweifellos angeschlagene Frau Kramp-Karrenbauer demnächst bei einem Frühstück in Püttlingen wirklich Laschet frei Haus die Kanzlerkandidatur antragen wird? Sie ist zäh und noch kein Jahr CDU-Vorsitzende. Gewählt nach einer Basis-Ochsentour, die Laschet scheute. Außerdem gibt es da noch zwei weitere Aspiranten der NRW-CDU. Friedrich Merz, der AKK beim Parteitag nur knapp unterlag und bis heute konservative Galionsfigur der Union ist. Oder Jens Spahn, der deutlich an Statur gewonnen hat, als Minister zu den raren Leistungsträgern des Kabinetts Merkel IV gehört und für einen echten Generationenwechsel stünde. Es ist also keineswegs ausgemacht, wie sich das Feld sortiert. Schröder hat in der legendären TV-Elefantenrunde 2005 schon einmal eine CDU-Vorsitzende kleingeredet. Die ist jetzt seit 14 Jahren Bundeskanzlerin.

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