Türkische Reisewarnung

Provokationen im Wahlkampf

Provokationen aus Ankara – scharfe Reaktionen in Deutschland. Seit Wochen schaukelt sich das Türkei-Thema hoch – das liegt auch am Wahlkampf.

An Boshaftigkeit ist das kaum mehr zu übertreffen: Das Erdogan-Regime veröffentlicht eine „Reisewarnung“ für Deutschland. Den Türken wird eingeredet, dass sie hier nicht mehr sicher seien. Nun wäre es am klügsten, wenn man in Deutschland auf diese gezielte Provokation gar nicht reagieren würde; das würde den Despoten vom Bosporus wirklich treffen – im Gegensatz zur pflichtschuldigen Empörung der deutschen Politik, die Erdogan genau so erreichen wollte.

Vieles an der verbalen Kraftmeierei auf beiden Seiten ist zurzeit dem Wahlkampf geschuldet. Ob CDU oder SPD, ob Linke oder Grüne – alle setzen darauf, dass schrille Töne gegen die Türkei hierzulande populär sind. Nur so kann man erklären, dass SPD-Mann Schulz wider alle Vernunft den kompletten Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen fordert – was einzig und allein Erdogan in die Hände spielt. Der nutzt die verbalen Attacken aus Deutschland dazu, seine Reihen zu schließen.

Man kann nur hoffen, dass nach der Bundestagswahl wieder mehr Vernunft in die deutsche Türkei-Politik einzieht. Dieses Land sollte sich vom Scharfmacher in Ankara nicht noch weiter in den innertürkischen Konflikt ziehen lassen.

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