Politische Bildung in NRW

Politik ist so wichtig wie Wirtschaft

Portraitfoto von Matthias Korfmann am Dienstag,28.02.2017, als Kommentarfoto. Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services

Portraitfoto von Matthias Korfmann am Dienstag,28.02.2017, als Kommentarfoto. Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Mit ein paar Stunden Politikunterricht ist es nicht getan. Politische Bildung braucht mehr Wertschätzung.

Verlernen und verspielen wir gerade die Demokratie? Dafür spricht einiges, nicht nur in Deutschland. Populisten übertrumpfen Besonnene, Niederbrüllen zählt viel, Respekt nicht mehr so sehr, Widerspruch ist lästig, das „Ich“ wird wichtiger als das „Wir“. Das hat auch was mit politischer Bildung zu tun. Die ist nämlich angestaubt. Sie vertraut noch alten Lehrbüchern, während Profi-Meinungsmacher krude Botschaften, Verschwörungstheorien und Hass im Netz verbreiten.

Mit ein paar Stunden Politikunterricht, unterbrochen von langen Unterrichtspausen, erteilt womöglich von Erdkunde- oder Deutschlehrern, ist es nicht getan. Politische Bildung müsste eigentlich schon in der Kita beginnen und dürfte nie enden. Sie müsste auch Erwachsene erreichen und beginnen, lange bevor Parlamente entscheiden, ob irgendwo eine Industrie gestoppt, eine neue Bahnstrecke gebaut oder ein Theater geschlossen wird. Und jene, die Politik machen, müssen sich auch dorthin trauen, wo es dreckig, laut und ungemütlich ist.

Mehr Wertschätzung für die politische Bildung forderten ein Dutzend Experten im Landtag. NRW sollte diesen Ruf ernst nehmen. Politik (und Geschichte) muss an allen Schulen ähnlich wertgeschätzt werden wie Mathematik, Biologie oder Wirtschaft. Politische Bildung ist schließlich kein „Gedöns“, sondern das Fundament einer Demokratie. Und die sollte uns lieb und teuer sein.

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