Schulfach Wirtschaft

Politik darf Vertrauen nicht verspielen

Christopher Onkelbach

Christopher Onkelbach

Foto: Foto: kai Kitschenberg / Ffs

Die Politik sollte sich nicht dem Verdacht aussetzen, die Anhörungen der Verbände seien reine Formsache.

Es liegt offenbar etwas im Verhältnis zur Politik sehr im Argen, wenn sich gleich vier Eltern- und Fachverbände von der Schulministerin übergangen fühlen. Ihre Anregungen für die neuen Kernlehrpläne seien abgebügelt worden, klagen sie. Die Ausrichtung des neuen Schulfachs Wirtschaft sei ökonomisch einseitig und angesichts des wachsenden Rechtspopulismus nicht zeitgemäß.

Diese massive Kritik sollte die Landesregierung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn das Recht der Verbände und Organisationen, bei wichtigen schulischen Vorhaben gehört zu werden, ist im Schulgesetz verankert. Sie erwarten, dass sich ihre Einwände am Ende in der Ausgestaltung der Lehrpläne sichtbar niederschlagen. Nun fließen zahllose Anregungen in ein solches Verfahren ein. Die Politik muss sie letztlich bündeln und in eine schlüssige Regelung gießen. Sie muss die verschiedenen Kritikpunkte klug ausbalancieren, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, dass die Beteiligung eine reine Formsache ist.

Dass der Lehrplan für das Fach Wirtschaft eine wirtschaftsliberale Handschrift trägt, ist nur ein Kritikpunkt. Tiefer greift der Vorwurf, die Lehrpläne würden in kleinen Zirkeln hinter verschlossenen Türen verhandelt. Dem Eindruck fehlender Transparenz sollte sich die Landesregierung nicht aussetzen, denn damit setzt sie das Vertrauen von Eltern und Lehrern aufs Spiel.

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