Polizei-Fehler

Pflicht zur absoluten Sorgfalt

Die Polizei hat ihre Kontrolle bei einem rückfallgefährdeten Sexualstraftäter schleifen lassen. Warum absolute Sorgfalt notwendig ist.

Zu den bitteren Wahrheiten der brutalen Bochumer Vergewaltigung durch einen aktenkundigen Sexualstraftäter gehört, dass dieses Verbrechen wohl auch durch noch so gewissenhafte Führungsaufsicht nicht hätte verhindert werden können. Der mutmaßliche Täter hatte seine Gefängnisstrafe abgesessen und befand sich legal auf freiem Fuß. Er fügte sich sogar ins Landespräventionsprogramm für rückfallgefährdete Vergewaltiger.

Dass die Behörden ihn auf einem guten Weg der Resozialisierung wähnten und die Kontrollen schleifen ließen, bleibt dennoch ein schwerer Fehler. Die Rückfallgefahr solcher Triebtäter ist mit rechtsstaatlichen Mitteln kaum zu bannen, gerade deshalb müssen alle Vorschriften zur Risikominimierung strikt eingehalten werden. Gerade weil niemand den Auslöser für eine Wiederholungstat seriös vorhersagen kann, darf keine Nachlässigkeit einziehen.

NRW-Innenminister Herbert Reul ist nun gefordert, den Umgang der Polizei mit den landesweit 1000 rückfallgefährdeten Sexualstraftätern kritisch zu durchleuchten. Bochum lehrt: Absolute Sicherheit gibt es mit dieser Klientel nicht, aber die Pflicht zur absoluten Sorgfalt.

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