Erneuerbare Energien

NRW braucht mehr Windenergie

Mehr und größere Windräder statt weniger. Die NRW-Regierung vollzieht einen bemerkenswerten Kurswechsel.

Viel mehr Windräder statt weniger? Noch viel größere und leistungsstärkere Anlagen als jene, die heute die Landschaft „verspargeln“? Das überraschend klare Bekenntnis von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) zu den Erneuerbaren Energien und zur Windkraft wird alle irritieren oder erzürnen, die bisher darauf vertrauten, dass diese Landesregierung den Windrädern enge Grenzen setzt.

Wohl überrascht von der Wirkung seiner eigenen Worte formulierte Pinkwart das Ziel am Nachmittag etwas vorsichtiger als am Morgen: Es gebe in NRW ein „theoretisches Potenzial“ zu Verdoppelung. Aber das ändert nichts an der Richtung: NRW will viel mehr Windkraft.

Und das ist auch in Ordnung so, denn NRW braucht mehr Windkraft, mehr Photovoltaik, mehr Geothermie und – nebenbei bemerkt – mehr E-Mobilität. Minister Pinkwart, der bei jeder Gelegenheit von „Innovation“ spricht, ist da nur ehrlich. Denn er weiß, dass die gewollte Abkehr von den fossilen Energien und die Klimaziele eine massive Förderung der „Erneuerbaren“ voraussetzen. Und so entscheidet er sich nicht für den populären Standpunkt (Windräder passen nicht in die Landschaft), sondern für die Vernunft. Glückwunsch!

Im Detail wird dieser Kurs schwierig zu halten sein. Denn der Wirtschaftsminister prallt hier auf die eigenen Regeln (Abstand zur Wohnbebauung), auf Probleme mit Baugenehmigungen für neue, größere Windräder und auf die Frage, welche Flächen für die Windkraft überhaupt geeignet sind. Der Gegenwind ist also stark. Hoffentlich kann er ihn in Energie verwandeln.

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