Braunkohle

Laschet zwischen den Stühlen

Foto: Kai Kitschenberg

Die Hochkonjunktur für Themen des Klimaschutzes setzt Ministerpräsident Laschet unter Druck, einen Kompromiss für den Braunkohleabbau zu finden.

Beflügelt von dem phänomenalen Abschneiden der Grünen bei der Europawahl am vergangenen Sonntag wittern Umweltgruppen die Chance, den Braunkohle-Abbau im Rheinischen Revier noch früher beenden zu können als geplant. Der Schlüssel dazu liegt bei der Landesregierung. Doch Ministerpräsident Armin Laschet tut sich schwer, mit den Protesten umzugehen. Mit seiner Talkshow-Äußerung am Wahlabend „Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich ein weltweites Thema geworden“, löste der stellvertretende CDU-Chef ebenso Kopfschütteln aus wie mit der Bemerkung „Wir müssen besser darin werden, den jungen Menschen zu erklären, warum das mit dem Klimaschutz nicht so schnell geht.“

Diese Zeit geben ihm die erstarkten Streiter für die Umwelt aber nicht. Sie fordern ein Umsiedlungs-Moratorium im Rheinischen Revier. Laschet sitzt zwischen den Stühlen. Dem Energiekonzern RWE ist nicht zu verdenken, dass er auf Einhaltung seiner Verträge pocht, die er bis zum Ausstieg aus der Kohleverstromung hat. Daran hängen Tausende Arbeitsplätze. Und den Anwohnern ist kaum zu vermitteln, dass sie weichen müssen, obwohl nach Experten-Meinung ihre Ortschaften erhalten bleiben können. Laschet wird einen Kompromiss finden müssen. Und zwar bald.

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