Fall Ecclestone

Läuft wie geschmiert

Bernie Ecclestone gibt noch schnell ein Autogramm, dann verlässt er als freier Mann das Gerichtsgebäude.

Foto: Sven Hoppe

Bernie Ecclestone gibt noch schnell ein Autogramm, dann verlässt er als freier Mann das Gerichtsgebäude. Foto: Sven Hoppe

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Gerechtigkeit ist eine Frage des Geldes. Wie auf dem Bazar handelt das Gericht mit dem Angeklagten eine Summe für die Freiheit aus. Wer viel Geld hat, wird nie eine Zelle von innen sehen. Nein. Er zahlt, bedankt sich brav, schleicht sich und geht weiter seinen Geschäften nach. Kein Märchen aus 1001er Nacht. Wir sind in Bayern am Landgericht in München.

Hier schreibt der Fall Bernie Ecclestone Justizgeschichte. Der Prozess gegen den Formel-1-Chef wird zum atemberaubenden Preis von 100 Millionen Dollar eingestellt. Nach monatelanger Verhandlung spielt der Vorwurf der Bestechung und der Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall keine Rolle mehr.

Ja, die Strafprozessordnung sieht die Einstellung von Verfahren gegen Auflagen vor. In der Regel bevor der Prozess eröffnet wird. Dass jemand diese Riesensumme bereitwillig zahlt, ohne dass offenbar eine Schuld vorliegt, lässt sich dem gewöhnlichen Erdenbürger nicht vermitteln.

Ecclestone schwimmt im Geld. 100 Millionen Dollar? Für ihn kleine Nüsse. Die Freiheit ist dem 83-Jährigen wichtiger. Aus seiner Sicht verständlich. Für ihn läuft es wie immer in seinem Leben. Wie geschmiert. So regiert er. Recht und Gesetz? Wer will das wissen? Alles hat seinen Preis, auch ein deutsches Gericht. Gerechtigkeit als Ware? Das geht nicht gut.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben