Sexarbeit in NRW

Kontrollverlust über die Prostitution

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Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Es wird schlimmer mit der Prostitution. Die Gesetze haben die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil.

Wiederholt hat der Gesetzgeber versucht, die Situation von Prostituierten zu verbessern. 2002 wurde dieses Gewerbe als Beruf anerkannt, seit 2017 gilt ein „Prostituiertenschutzgesetz“. Was hat das gebracht? Die Lage der Sexarbeiterinnen hat sich mitnichten verbessert. Im Gegenteil. Ausbeutung und Menschenhandel haben in dieser Szene zugenommen, der Staat hat immer noch keine Kontrolle, Großbordelle wurden eröffnet, und an der Grenze zu Frankreich, das rigide gegen den käuflichen Sex vorgeht, blüht der Prostitutionstourismus. Immer wieder titeln Medien, Deutschland sei der „Puff Europas“.

Das ist die traurige Wirklichkeit. Menschen aus Südosteuropa prostituieren sich und leben, oft ausgenutzt und fremdbestimmt und unter miserablen Bedingungen mitten im Ruhrgebiet. Sozialarbeiter und Ehrenamtler kümmern sich aufopferungsvoll um diese Frauen und Männer. Die Beratungsstellen hätten viel mehr Personal verdient. Wohl nur über sie lässt sich der Kontakt zu den Betroffenen herstellen.

Und der Staat? Reagiert mit Bürokratie auf Elend. Lässt sich Zeit bis 2025 mit der Evaluierung eines Gesetzes, von dem heute schon keiner überzeugt ist. Das wäre viel zu spät. NRW hat die Probleme immerhin erkannt und erhöht den Druck auf den Bund. Das Gesetz, das nicht wirkt, gehört sofort auf den Prüfstand.

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