Neues Hochschulgesetz

Hochschulfreiheit allein reicht nicht

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Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Während das Urvertrauen in die Hochschulrektorate groß ist, fehlt das Vertrauen in Studierende und die Beschäftigten in den Hochschulen.

Das neue Hochschulgesetz gehört zu den bedeutenden Projekten der Wissenschaftsministerin. Da irritierte es viele Betrachter, wie unambitioniert Isabel Pfeiffer-Poensgen für dieses umstrittene Gesetz im Landtag warb. Als hätte sie ein trockenes Brötchen von Vortag zu verkaufen.

Schwer verdaulich ist das ganze Gesetz. Denn die Regierung reduziert sich auf die Rolle eines Wunscherfüllers für Uni-Rektorate. Motto: Wir geben ihnen die Freiheit, sie werden schon das Beste daraus machen. Ein simpler ideologischer Ansatz. Während das Urvertrauen in die Hochschulspitzen groß ist, fehlt das Vertrauen in Studierende und die Beschäftigten in den Hochschulen weitgehend. Gewerkschafter kritisieren zu Recht, dass mit Anwesenheitspflichten und anderen Zwängen die Verantwortung für den Studienerfolg allein den Studierenden zugeschoben wird. Verantwortlich für den möglichen Studienerfolg, für gute Studienbedingungen nämlich, ist aber in erster Linie das Land Nordrhein-Westfalen.

So leicht sollte sich eine Landesregierung nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Betreuungsrelation an den NRW-Hochschulen ist seit langer Zeit extrem miserabel, die Studentenschaft ist immer unterschiedlicher, sogar das Studieren ohne Abitur ist möglich. Der Bildungshintergrund der Studenten und ihre Vorkenntnisse sind so verschieden wie noch nie. Uni-Beschäftigte hängen jahrelang in Teilzeitjobs und Befristungen fest. Diese Probleme müssen gelöst werden. Das neue Gesetz bietet aber dafür keine Lösung.

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