Integrationspolitik

Gut ausbalanciert

Tobias Blasius

Tobias Blasius

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Härte gegen Gefährder und Straftäter, klare Kante gegen Populisten, Hilfe für gut Integrierte: NRW-Minister Stamp hat seine Linie gefunden.

Die Spielräume in der Asyl- und Integrationspolitik sind für einen Landesminister eng. Bundesrecht und kommunale Zuständigkeiten lassen einen auf diesem politischen Feld kaum zur Entfaltung kommen. Doch NRW-Ressortchef Joachim Stamp, begeisterter Kreisliga-Fußballer bei Rot-Weiß Röttgen, gelangen zuletzt immer wieder sehenswerte eröffnende Pässe.

Sein beharrliches Werben für eine erleichterte Einbürgerung von gut integrierten Zuwanderern gehört dazu. Die deutsche Staatsangehörigkeit soll herausragende Leistungen früher honorieren. Allein schon als Antwort auf die üblen Parolen von Populisten, die sämtliche Gastarbeiter der ersten Generation, Kriegsflüchtlinge, alle Muslime und noch den letzten „Rheinbad“-Randalierer immerzu in einen Topf werfen wollen.

Stamp wirbt auch bei Kommunalbehörden für einen differenzierten Blick: Landesweit 5,2 Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind eine Realität, der man sich nicht blauäugig stellen soll, aber eben auch nicht abschottend. Parallel zeigt NRW Härte gegen Clans und schiebt so viele islamistische Gefährder ab wie nie. Nach der rechtsstaatlichen Lektion im Fall „Sami A.“ gelingen neuerdings sogar komplizierte Ausweisungen. So wirkt die Integrationspolitik gut ausbalanciert.

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