Kommentar

Gleiche Regeln für alle

Stephanie Weltmann

Stephanie Weltmann

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Essen.  Ungeimpfte mit Beamtenstatus müssen nicht grundsätzlich einen Lohnausfall im Quarantänefall befürchten - das birgt sozialen Zündstoff.

Der Druck auf Ungeimpfte mag steigen – aber nicht auf alle im gleichen Maß: Ungeimpfte mit Beamtenstatus dürfen sich bei den neuen Quarantäneregeln anders als ihre angestellten Kollegen und Kolleginnen offenbar vorsichtig zurücklehnen – ein Unding, das nicht nur den Betriebsfrieden in Rathäusern oder Schulen bedroht, sondern auch sozialen Zündstoff birgt.

Die Corona-Impfung ist ein solidarischer Akt. Wer sich bewusst und freiwillig nicht immunisieren lässt, darf nicht länger darauf hoffen, dass sich die Gemeinschaft der Steuerzahler im Quarantänefall solidarisch zeigt und seinen Lohnausfall ausgleicht. Darauf haben sich Bund und Länder richtigerweise verständigt. Hochgradig problematisch ist eine solche Regel, wenn eine Gruppe ausgenommen ist – und ausgerechnet auch noch eine Gruppe, die anders als viele andere Arbeitnehmende infolge der Pandemie bislang nicht finanziell schlechter gestellt war.

Rein rechtlich mag es schwierig sein, Beamte und Nicht-Beamte bei den neuen Quarantäneregeln gleichzubehandeln – notwendig ist es dennoch. Für jede ungeimpfte Reinigungskraft kann der Verdienstausfall existenzielle Nöte bedeuten. Dass besser verdienende, besonders abgesicherte Ungeimpfte mit Beamtenstatus kaum Einbußen zu erwarten haben, dürfte den Ärger Betroffener befeuern und könnte am Ende ihre ablehnende Impf-Haltung sogar verfestigen.

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