Immobilienpreise

Gewinner und Verlierer sinkender Immobilienpreise

Frank Meßing.

Frank Meßing.

Foto: Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto ServicesKai Kitschenberg/ FUNKE Foto Ser

Sinkende Immobilien-Preise im Ruhrgebiet sind gut für künftige Erwerber. Der Abwärtstrend zeigt aber auch das Dilemma der Region.

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Ist es nun eine gute oder eine schlechte Nachricht, wenn die Immobilien-Preise sinken? Die Antwort hängt wie so oft vom Blickwinkel ab. Potenzielle Käufer eines Hauses oder einer Eigentumswohnung werden aufatmen. Günstige Zinsen und eine hohe Nachfrage haben die Preisspirale in den vergangenen Jahren kräftig nach oben getrieben. Der Immobilien-Boom machte sich mit satten Aufschlägen auch im Revier bemerkbar. Sollte sich dieser Trend nun tatsächlich umkehren, können sich wieder mehr Menschen eine Immobilie leisten.

Auf der anderen Seite ist der drohende Preisverfall aber auch ein Alarmsignal. Folgt man der Analyse des Weltwirtschaftsinstituts, hat das Ruhrgebiet seine Hausaufgaben noch immer nicht gemacht. Trotz zahlreicher Initiativen aus Wirtschaft und Politik ist es offenbar nicht gelungen, die Absolventen der hiesigen Hochschulen an das Ruhrgebiet zu binden. Zwischen Duisburg und Dortmund fehlen augenscheinlich die attraktiven Jobs, die Akademiker an die Region binden. Darunter leiden auch die Städte, die junge Familien in der alternden Ruhrgebiets-Gesellschaft gut gebrauchen könnten.

Diese ernüchternde Bilanz darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Region auch Erfolge zu verbuchen hat: Es werden deutlich mehr Unternehmen gegründet, die Arbeitslosigkeit ist spürbar gesunken. Für hochqualifizierte Hochschulabsolventen gibt es aber wohl immer noch in Stuttgart, München oder Frankfurt bessere Aufstiegschancen.

Ein Verfall der Immobilien-Preise ist gleichwohl nicht zu befürchten. Düsseldorf und Köln sind längst kaum noch bezahlbar. Davon profitiert vor allem das westliche Ruhrgebiet. Allein auf Häuslebauer aus dem Rheinland zu setzen, reicht aber nicht aus. Die Bewältigung des Strukturwandels ist für das Ruhrgebiet eine Daueraufgabe.

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