Europawahl

200 Tage vor der Wahl: Es geht um unser Europa

Im Mai 2019 wird ein neues Europäisches Parlament gewählt.

Im Mai 2019 wird ein neues Europäisches Parlament gewählt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Essen.  In 200 Tagen wird ein neues Europäisches Parlament gewählt. Es gibt viel zu kritisieren an Europa, aber auch vieles, was gut ist.

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Europa ist weit weg. Europa, das sind die da in Brüssel und Straßburg. Europa, das ist teuer und bürokratisch. Europa ist weithin abstrakt und fühlt sich manchmal gar bedrohlich an. Ja, Europa hat es nicht leicht. Und manchmal steht es sich selbst im Weg mit irrsinnigen Entscheidungen und lebensfernen Gesetzen. Tief sitzen vielerorts die Vorbehalte und zu selbstverständlich sind die Errungenschaften der Europäischen Union.

Deshalb ist es genau 200 Tage vor der Wahl zum Europäischen Parlament an der Zeit, ein Plädoyer für Europa zu halten. Wer über Jahrzehnte keinen Krieg mehr erlebt hat, wer die Schlagbaum-Zeit vor Schengen nicht kennt und sein Leben lang frei durch Europa gereist ist, wer in Frieden, Freiheit und Wohlstand des vereinten Europa aufgewachsen ist, der verliert zu leicht die Wertschätzung für das Erreichte. Es ist halt alles vorhanden, wie sollte es auch anders sein?

Der Kampf um Europa lohnt sich

Doch gerade die Älteren wissen, dass das nicht stimmt. Die Generation, die mit Flucht und Vertreibung, mit Hunger, Armut und Hass aufwuchs, weiß, dass sehr viel auf dem Spiel steht. Und die Jüngeren, die mehr Glück hatten, sollten zumindest ahnen, dass sich der Kampf um Europa lohnt.

Die Europawahlen werden zu einer Schicksalswahl für diesen Kontinent, der sich in einer tiefen Krise befindet. In 200 Tagen, im Mai nächsten Jahres, stellen die Wählerinnen und Wähler die Weichen für die Zukunft. Dann fällt die Entscheidung, ob der Brexit-Virus sich weiter ausbreitet. Ob die Euroskeptiker in Osteuropa sich durchsetzen. Ob die jüngsten Wahlerfolge der Rechtsnationalisten in Großbritannien und Österreich, in Schweden und Italien in weiteren Staaten folgen werden.

Zeitungen starten gemeinsam eine große Europa-Serie

Heute beginnt in elf Zeitungen Nordrhein-Westfalens ein Projekt, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Elf Zeitungsredaktionen, darunter die WAZ, bekennen sich zur Zukunft von Freiheit und Demokratie in einem friedlichen Europa. Alle Zeitungen starten zeitgleich die große Serie „Unser Europa“.

Der Auftakt ist zeitgleich, die folgende Berichterstattung bezieht sich dann auf die Städte und Gemeinden in den jeweiligen Regionen. Die WAZ macht Europa im Ruhrgebiet erlebbar. Wir besuchen Europaschulen und stellen Städtepartnerschaften vor.

Wir zeigen auf, wo über Strukturfördermittel ganz viel Europa drinsteckt und lassen Menschen zu Wort kommen, die mit Europa ihre Erfahrungen gemacht haben – mal schlechte und oft gute. Wir zeigen auch Schwächen Europas auf und machen Vorschläge, wie es besser werden muss. Wir setzen uns mit Europa auseinander. Für ein Europa der Zukunft.

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