Kommentar

Ermittlungen gegen Metzelder: Am Ende gibt es nur Verlierer

Andreas Tyrock

Andreas Tyrock

Foto: FUNKE Foto Services

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder. Warum es am Ende nur Verlierer geben wird.

Die Vorwürfe gegen den im öffentlichen Auftreten tadellosen Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder wiegen schwer. Nichts ist bewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Dass die Hamburger Staatsanwaltschaft so offensiv mit ihren Ermittlungen gegen Metzelder umgeht, ihn namentlich benennt und auch den Verdacht der Verbreitung kinderpornografischer Schriften so deutlich formuliert, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Ermittler schon mehr wissen, als sie öffentlich machen.

In diesem Stadium verbieten sich Vorverurteilungen

Andererseits sind Staatsanwaltschaften bei entsprechenden Vorwürfen gesetzlich verpflichtet, Ermittlungen einzuleiten, unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Wie seriös ist die mutmaßliche Ex-Freundin, die den Fall ins Rollen brachte? Eine glaubhafte Zeugin? Oder handelt es sich um den Racheakt einer Enttäuschten? Wie konkret sind die bisherigen Erkenntnisse der Behörden? Alles ist offen. Will sagen: Die Vorgänge um Metzelder sind in einem frühen Stadium, in dem sich Vorverurteilungen verbieten.

Schon jetzt ist jedoch klar, dass es am Ende nur Verlierer geben wird. Sollten sich die Vorwürfe als richtig erweisen, wäre das eine abscheuliche Tat zulasten unschuldiger Kinder. Und zugleich eine unglaubliche Tat, weil sie in keiner Weise zum Image eines Mannes passt, der sich für das Gemeinwohl engagiert und Schwachen hilft.

Sollte sich am Ende aber Metzelders Unschuld herausstellen, wurde ein Mann öffentlich beschädigt, wenn nicht gar zerstört, ohne dass er sich dagegen wehren konnte.

Auch interessant
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben