Stahlfusion

Elliott first – unbequemer Gegner für Thyssenkrupp-Chef

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger steht unter Druck.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger steht unter Druck.

Foto: Kai Kitschenberg

Ob Thyssenkrupp-Chef Hiesinger den neuen Aktionär Elliott jemals wird überzeugen können, ist mehr als fraglich. Umso wichtiger ist etwas anderes.

Wenn Vorstandschefs einen Brief vom US-Fonds Elliott im Postfach haben, verheißt das für die jeweiligen Manager meist nichts Gutes. In derlei Schreiben formulierte Ratschläge sind oft vor allem Schläge gegen das Konzern-Establishment.

Elliott tritt als vermeintlicher Anwalt allgemeiner Aktionärsinteressen auf, doch das rein auf Eigennutz getrimmte Geschäftsmodell ist schwer vereinbar mit dem Geist der sozialen Marktwirtschaft und könnte auch „Elliott first“ heißen.

Ob Thyssenkrupp-Chef Hiesinger den neuen Aktionär jemals wird überzeugen können, ist mehr als fraglich. So schnell wird Elliott nicht rheinisch-westfälisch.

Umso wichtiger ist es für Hiesinger, ein Konzept für die von ihm angestrebte Stahlfusion vorzulegen, das alle Aufsichtsräte von Thyssenkrupp überzeugt. Dazu gehören die Vertreter der Krupp-Stiftung ebenso wie der Repräsentant des Finanzinvestors Cevian und die Mitglieder der IG Metall.

Dass Elliott bei seinem Angriff auf Hiesinger ausgerechnet Bedenken der IG Metall aufgreift, ist geschickt und entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Es macht den Investor aber nicht zum Blutsbruder der Gewerkschaft.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben