Loveparade-Prozess

Eine fatale Fehlerkette

Bei der Loveparade sind 21 junge Menschen gestorben, mehr als 650 wurden verletzt. Natürlich hat man die Schuldigen gesucht! Nur muss man achteinhalb Jahre und fast 100 Prozesstage später sagen: Die auf der Anklagebank sind es nicht.

Bei der Loveparade sind 21 junge Menschen gestorben, mehr als 650 wurden verletzt. Natürlich hat man die Schuldigen gesucht! Nur muss man achteinhalb Jahre und fast 100 Prozesstage später sagen: Die auf der Anklagebank sind es nicht.

Oder nicht allein. Beiträge haben sie vielleicht geleistet, aber bei manchem sind sie so klein, dass ihre Namen in der Verhandlung kaum genannt wurden, außer zur Begrüßung. So viele Fehler sind passiert in Duisburg, dass es zum Verzweifeln war: Ordner, die fehlten, Funkgeräte, Handys, Lautsprecher, die nicht funktionierten. Polizeiketten, die die Lage verschlimmerten statt verbesserten. Zugangstore, durch die immer mehr Besucher strömten, als sie längst geschlossen sein sollten...

Auch wenn sich viele Zeugen, prominente zumal, im Gerichtssaal nicht mehr erinnern konnten oder wollten: Es wuchs aus Zigtausenden Aktenseiten auch bei Nicht-Juristen die Erkenntnis, dass das tödliche Gedränge erst aus einer tragischen Verkettung vieler unglücklicher Umstände entstanden ist. Und dass, wie von Beginn an kritisiert, dafür die Falschen verantwortlich gemacht werden sollten oder jedenfalls nicht alle Richtigen.

Das Gericht kann deshalb kein gerechtes Urteil finden, auch wenn das für alle Betroffenen schwer erträglich ist. Aber die Richter haben ein Versprechen eingelöst: Sie haben Antworten auf die Fragen gefunden, warum Menschen gestorben sind. Viele zwar und sehr komplexe. Aber die geforderte Aufklärung hat stattgefunden.

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