Frühkindliche Bildung

Eine Abkürzung in die Kita

Experten schlagen vor, dass Städten Eltern automatisch einen Kita-Platz zusichern. Das würde viele Probleme lösen, ist aber kaum zu realisieren.

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In sozialen Netzwerken wurde jüngst eine dieser gepflegten Halbweisheiten verbreitet: dass Eltern in den ersten zwei Jahren ihres Kindes sechs Monate Schlaf einbüßen. Wie sehr das empirisch belegt ist, sei dahin gestellt – nahe liegt indes die Vermutung, dass gerade bei berufstätigen Eltern die Sorge um einen begehrten Kita-Platz zu erheblichem Schlafmangel führen dürfte. Man mag sich ausmalen, was geschehen würde, sollten Städte dem Vorschlag aus dem Umfeld des RWI-Instituts gar folgen und automatisch jeder Familie eines Kleinkindes per Post einen Betreuungsplatz zusichern.

So unrealistisch das angesichts des schon jetzigen Platzmangels sein mag, so gut ist die Absicht. Denn auf diese Weise können die Städte auch benachteiligte Familien gezielter als bisher erreichen, sie besser informieren und unterm Strich gar Vorbehalte gegenüber einer Kita-Betreuung abbauen. Und davon profitieren die Kinder: Es gilt als unbestritten, dass sie durch gute Förderung und den Kontakt mit Kindern anderer Herkunft mögliche Schwächen aufholen. Deshalb muss aus dem Vorschlag zumindest folgen: Anstrengungen, für die Kita zu werben, dürfen nicht abnehmen.

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