Grunderwerbsteuer

Ein Paradebeispiel für politische Scheinheiligkeit

Redakteur Michael Kohlstadt. Foto: Kai Kitschenberg/

Redakteur Michael Kohlstadt. Foto: Kai Kitschenberg/

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Das schwarz-gelb regierte NRW verdient am Immobilienboom so kräftig mit wie keine Landesregierung zuvor - ein Akt politischer Scheinheiligkeit.

Der Umgang der NRW-Landesregierung mit dem Thema Grunderwerbsteuer ist ein Paradebeispiel politischer Scheinheiligkeit. Noch in der Opposition hatten CDU und FDP heftig protestiert, als Rot-Grün die Steuersätze in zwei Schritten auf den bundesweiten Spitzenwert von 6,5 Prozent heraufsetzte. Selbst an der Macht, tut Schwarz-Gelb indes nichts, um die Kaufnebenkosten für Immobilienerwerber wieder zu senken.

Stattdessen verdient das von CDU und FDP regierte NRW am derzeitigen Immobilienboom so kräftig mit wie keine Landesregierung zuvor. Der vor allem in den Großstadtregionen teils überhitzte Immobilienmarkt spielt dem NRW-Finanzminister dabei mehr und mehr in die Karten. Denn je teurer Häuser und Eigentumswohnungen auf dem Markt gehandelt werden und je mehr gebaut wird, desto mehr kann der Fiskus absahnen – auch bei jenen übrigens, die sich Wohneigentum so gerade eben vom Munde absparen können. Sonntagsreden über den angeblich so dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum oder die Altersabsicherung etwa für junge Familien über das eigene Häuschen sollten sich die politisch Verantwortlichen in NRW jedenfalls künftig verkneifen. Sie sind komplett unglaubwürdig.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben