Fachkräftemangel

Ein neues Leben für polnische Pflegefachkräfte

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner-Adomako

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner-Adomako

Foto: Marit Langschwager / FUNKE Foto Services

Die SPD schlägt vor, die polnische Community aus Großbritannien gezielt anzuwerben. Man muss ihnen mehr versprechen als einen Job.

Dass ohne Pflegekräfte aus dem Ausland ein Pflegekollaps droht, sollte man als Tatsache akzeptieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht deswegen auf Fachkräfte-Fischerei in Mexiko, im Kosovo oder auf den Philippinen. Die NRW-SPD will die Flugstundenzahl lieber etwas geringer halten und es im United Kingdom versuchen – so wie es das Uniklinikum Düsseldorf längst vormacht.

Anzeigen wie „Brexit-Sorgen? Kommen Sie nach Deutschland!“ wecken im ersten Moment zynische Belustigung. Vor allem aber ist es eine kluge Strategie, so die verunsicherte polnische Community in Großbritannien gezielt anzulocken. Auch das Land weiß um die Bedeutung ausländischer Fachkräfte und erhöht die Zahl der Anerkennungen ausländischer Berufsqualifikationen gerade stark. Aber ist diese „neue Willkommenskultur“ auch nachhaltig? Absehbar ist, dass ein Teil der Fachkräfte nicht plant, hierzubleiben. Wir werden sie aber nicht bloß einige Jahre, sondern ein ganzes Berufsleben brauchen.

Kliniken, Bund und Länder sollten deshalb nicht für einen Job, sondern für ein Leben in Deutschland werben. Gerade mit Blick auf Menschen aus Polen sollte das möglich sein – zwischen polnischen Supermärkten und Gemeindden werden sie sich hier besonders schnell wohlfühlen können. Und der Brexit? Aus dem macht man so das Beste.

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