Altersarmut

Ein großes, aber lösbares Problem

Die Angst vor Altersarmut steigt – und doch ist sie übertrieben. Was die Politik tun kann und muss, um Altersarmut zu verhindern.

Die Angst vor Altersarmut steigt – in gewissem Maße zu Recht. Weil der statistische „Eckrentner“, der 45 Jahre gearbeitet hat, immer weniger mit echten Menschen gemein hat. Weil es mehr Teilzeit- und Niedriglohnjobs gibt. Weil die Gesellschaft altert und daher zu wenige Kinder die Renten ihrer Elterngenerationen werden zahlen müssen.

Trotzdem sind die Ängste übertrieben – geschürt von Horrorberichten selbst des WDR, der bereits jedem Zweiten ein Alter in Armut prophezeit hatte. Realistisch ist, dass statt heute drei Prozent im Jahr 2030 sechs oder sieben Prozent der Rentner aufs Sozialamt angewiesen sein werden. Bei deutlich mehr Menschen wird die gesetzliche Rente allein nicht reichen. Betriebs- und Privatrenten heben aber die meisten von ihnen über die Armutsgrenze.

Um Altersarmut zu verhindern, muss die Politik nicht an der Rentenformel rütteln. Sondern Betriebsrenten und Zusatzvorsorge fördern. Und jenen, für die es trotzdem nicht reicht, eine höhere Grundsicherung zahlen – aus Steuermitteln, versteht sich. Unsere Gesellschaft kann sich das leisten. Ein Rentensystem, das die Demografie ausblendet, sollten wir uns besser nicht leisten.

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