Abschiebung

Ein Fall, der Augen öffnet

Die Abschiebung von Ahmet Y. zeigt, dass es nicht „den“ potenziellen Terroristen gibt.

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Die Geschichte hinter der erstmaligen Anwendung des „Terror-Paragrafen“ durch die NRW-Behörden bei der Abschiebung eines islamistischen Gefährders erzählt von der Verwundbarkeit einer offenen Gesellschaft. Ins Flugzeug gesetzt wurde ja gerade kein ausgebildeter IS-Kämpfer, der seine Identität verschleierte und sich im Flüchtlingsstrom nach Deutschland treiben ließ. Die Abschiebeanordnung traf vielmehr einen Abiturienten aus Ostwestfalen, der hier aufwuchs, Fußball spielte und lange mit religiösen Eiferern gar nichts zu schaffen hatte.

Dem Staatsschutz gemeldet wurde er von seinen besorgten Eltern, westlich orientierten Einwanderern aus der Türkei. Eine solch ansatzlose Radikalisierung von Heranwachsenden gilt in Expertenkreisen als nicht einmal untypisch. Der Fall ist in jeder Hinsicht geeignet, Stereotypen zu zertrümmern. Es gibt nicht „den“ potenziellen Terroristen, dafür aber viele Konstellationen, in denen junge Menschen auf ideologisch schlimme Abwege geraten. Da hilft kein Generalverdacht, sondern nur generelle Aufmerksamkeit für verdächtige Veränderungen.

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