Kommentar

Die Zollfahnder müssen früher stören auf dem Arbeiterstrich

Thomas Mader

Thomas Mader

Foto: Kai Kitschenberg

Wenn man die Anbahnung von Schwarzarbeit auf der Straße über Jahre duldet, fördert dies den Staatsverdruss. Ein frühes Eingreifen war überfällig.

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Na, geht doch. Jahrelang blickten die Behörden weg, ungestört konnten sich Tagelöhner und Auftraggeber in aller Öffentlichkeit treffen. Nun soll die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls schon an der Straßenecke eingreifen.

Das bisherige Desinteresse der Fahnder an den Arbeiterstrichen hat zwar einen durchaus nachvollziehbaren Grund, denn ein geplanter Verstoß lässt sich kaum nachweisen. Man kann einen Einbrecher auch nicht vor der Tat verurteilen. Viel effektiver ist die Kontrolle auf Baustellen. Fatal war die bisherige Herangehensweise dennoch.

Ein Markt, auch einer für Schwarzarbeit, kann nur gedeihen, wenn Öffentlichkeit gegeben ist. Nur weil sie ungestört blieben, konnten die Tagelöhnerbörsen von Duisburg und Dortmund zu überregionaler, ja, man muss sagen, zu internationaler Bekanntheit anwachsen. Und der öffentliche Rechtsbruch (wenn auch nur vermutet) fördert die Staatsverdrossenheit der Bürger enorm.

Tatsächlich wird eine Zollkontrolle an der Straßenecke auch künftig kaum Strafen nach sich ziehen. Aber die neue Präsenz, wenn sie denn mal umgesetzt wird, kann die Börse so stören, dass sie kaum noch funktionieren kann. Allerdings scheinen sich schon Netzwerke etabliert zu haben in Duisburg: Arbeitgeber und Tagelöhner können sich auch direkt per WhatsApp verabreden oder weiterempfehlen.

Aber besser spät als gar nicht.

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