Kommentar

Die Kunst des Kompromisses

Der Regionalplan Ruhr ist ein Meilenstein auf dem Weg, der Zergliederung des Reviers entgegenzuwirken. Das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Erstmals seit 1966 gibt es wieder ein verbindliches Regelwerk, das Flächenplanung und Raumordnung im Revier zu einer zentralen Aufgabe für die Region selber macht. Der Regionalplan Ruhr, so trocken sich die Materie auch anfühlen mag, ist ein Meilenstein auf dem Weg, der Zergliederung dieser einmaligen Stadtlandschaft entgegenzuwirken.

Durchlässige Grünzüge, die sich über Stadtgrenzen großzügig hinwegsetzen, Kooperationsflächen für dringend nötige Gewerbeansiedlungen und Ausgleichsareale, die das Revier als Einheit begreifen, sind kein planerischer Selbstzweck. Wenn das so oft kritisierte Kirchturmdenken der Region durchbrochen wird, dann mit diesem Papier.

Um so mehr kommt es darauf an, dass Politik und Verwaltung im Regionalverband Ruhr sich nicht im besserwisserischen Kleinklein verkeilen. Kompromisse müssen gefunden, Widersprüche aufgelöst werden. Ein Ausgleich muss her zwischen der berechtigten Forderung nach wirtschaftlichem Entwicklungspotenzial und dem legitimen Interesse an einer schützenswerten Umwelt. Nicht jeder kann hoffen, dass nur sein Anliegen sich durchsetzt. Aber niemand darf sich als Verlierer fühlen. Das ist die Kunst.

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