Gotteshäuser

Die Kirche ist auch ein Stück Heimat

Bei vielen Gläubigen regt sich Widerstand gegen die Schließung von Kirchen. Denn mit den Kirchen geht häufig auch ein Stück Heimat verloren.

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Als der Ruhrbischof kürzlich vom „Kirchturmdenken“ sprach und von „überkommenen Formen“ kirchlichen Lebens, da wird er das Gebäude gemeint haben und den Gottesdienst darin. Natürlich darf und muss ein Bistum darüber nachdenken, Kirchen zu schließen, wenn sie sonntags ohnehin leer bleiben. Auch wenn es paradoxerweise die damit straft, die dieser Kirche treu bleiben und weiter dafür zahlen.

Aber es geht eben nicht nur um das Stein gewordene Haus Gottes. Es geht vielerorts um den Mittelpunkt eines Stadtteils, sein Herz, einen Hort der Erinnerung, an dem man einander begegnet. Mit der Kirche wird oft die Gemeinde zerstört. Sie verläuft sich zu anderen Gotteshäusern, vielleicht sogar ganz. Damit geht auch ein Stück Heimat verloren, dieses abstrakte Ding, das die Politik gerade neu entdeckt, weil viele sich darauf besinnen.

Die Kirche lieber im Dorf zu lassen, wie der Wissenschaftler Albert Gerhards fordert, kann für das Bistum also heißen: geerdet bleiben, nah an den Menschen, eben heimatverbunden. Vielleicht ist es nur ein Gefühl, aber eines, das die Kirche zumindest ernst nehmen sollte: Beten kann man auch woanders. Aber ,zuhause’ ist es am schönsten.

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