Binnenschifffahrt

Die Kanäle brauchen Kümmerer

Alle denken an Staus und überfüllte Bahnen, kaum einer an die maroden Wasserstraßen. Dabei brauchen die dringend Investitionen.

Die Erkenntnis, dass die Binnenschifffahrt Unterstützung braucht, reift allmählich in NRW. Landes-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) wirbt beim Bund für einen „Aktionsplan Wasserstraßen“. Wäre gut, wenn Berlin den Hilferuf erhörte, denn die vielen künstlichen Wasserwege, die durch NRW fließen, sind sozusagen Schlagadern der Industrie. Der Bund muss dafür sorgen, dass es hier nicht zum Infarkt kommt.

Jeder Auto- und Bahnfahrer weiß, wie schlecht es um Straßen und Schienen in NRW steht. Die Perspektive der Binnenschiffer und der vielen Unternehmen, die auf diese Schifffahrt angewiesen sind, kennt indes kaum einer. Wir interessieren uns höchstens für sinkende Pegel nach langer Trockenheit.

Zum Beispiel könnte der Chemiepark Marl – 10.000 Mitarbeiter, sechs Quadratkilometer groß – ohne guten Anschluss ans Wasserstraßennetz kaum existieren. Park-Leiter Jörg Harren sorgt sich daher sehr um den Zustand der Kanäle. Viele Produkte der Chemieindustrie können gar nicht auf Lastwagen transportiert werden.

Die Kanäle und Schleusen haben bisher keine Lobby. Sie brauchen aber eine.

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