Wahlbeteiligung

Die gespaltene Demokratie

Forscher erkennen eine wachsende soziale Kluft bei der Wahlbeteiligung. Das könnte sich zu einer Gefahr für die Demokratie auswachsen.

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Für die Demokratie ist die Höhe der Wahlbeteiligung entscheidend. Fällt sie ins Bodenlose, gerät jedes formal noch so verfassungsgemäße Wahlergebnis unter Rechtfertigungsdruck. Nicht von Ungefähr machen manche Zeitgenossen spöttisch die Rechnung auf, selbst die aktuelle GroKo sei eine Minderheitsregierung, wenn man die Gruppe der Nichtwähler mitberücksichtige. Wohlgemerkt: Diese Sichtweise ist unredlich, weil sie unterstellt, dass Nichtwähler automatisch die GroKo ablehnen. Das jedoch will erstmal bewiesen sein. Außerdem hat sich die Wahlbeteiligung auf Bundesebene seit dem historischen Tief von 2009 wieder erholt. Sie bewegte sich 2017 etwa auf dem Niveau von 1990. Es geht also nicht immer nur weiter bergab.

Auf den ersten Blick also sind die Verhältnisse stabil. Dennoch droht Deutschland zu einer gespaltenen Demokratie zu werden. Denn der typische Nichtwähler kommt aus sozial schwachem Milieu. Und die Kluft in der Wahlbeteiligung wächst – eine besorgniserregende Entwicklung. Demokratie lebt von der Teilhabe. Sie muss für jeden einzelnen Bürger erlebbar und erfahrbar sein. Sonst hat er eines Tages keine Lust mehr darauf.

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