Nahverkehr

Die Debatte kommt in Fahrt

 Redakteur Michael Kohlstadt.

Redakteur Michael Kohlstadt.

Foto: Kai Kitschenberg / Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto ServicesKai Kitschenberg/ FUNKE Foto Ser

In Zeiten von Klimawandel und Verkehrsinfarkten dürfen ÖPNV-Tickets nicht immer teurer werden.

Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang, doch er kommt zur rechten Zeit: Die politische Mehrheit in der VRR-Verbandsversammlung zeigt den mächtigen Verkehrsbetrieben und ihren Städten die rote Karte. Die nächste Preisrunde bei den Tarifen wurde abgesagt. Vorerst.

VRR-Verbandsversammlung? Ja, so etwas gibt es. Denn der Verkehrsverbund unterliegt politischer Kontrolle. Öffentlicher Nahverkehr in Deutschland ist eine Aufgabe von allgemeinem Belang. Busse, Straßen-und U-Bahnen wären unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen und ohne öffentliche Zuschüsse in Deutschland deutlich weniger unterwegs. Gehört hat man von dem Gremium, das öffentlich tagt, bislang freilich kaum etwas. Politik auf mittlerer Ebene steht nur selten im Scheinwerferlicht.

In ungewöhnlicher Eintracht bremsen CDU und Grüne erstmals die alljährliche Preis-Karussell im Nahverkehr der Region aus. Ob das Veto angesichts der Finanzierungszwänge im ÖPNV am Ende hält, muss sich noch erweisen. Aber dass hier jemand den Finger in die Wunde legt, ist ein Fortschritt. Die Debatte, wie viel uns das Busticket wert ist, kommt in Fahrt.

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