Grenzregion

Deutschland und Niederlande: Ohne offene Grenze geht’s nicht

Anika Bloemers kommentiert.

Anika Bloemers kommentiert.

Foto: Olivia Fetter / ofe

Wegen Corona ist ein Besuch im Nachbarland derzeit nicht angeraten. Trotzdem: Es ist wichtig, dass die beiden Länder weiter zusammenwachsen.

Das Interesse an unserem Nachbarland ist riesig, das hat unser Niederlande-Check in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt. Mehr als 5300 Leser haben mitgemacht und unsere Fragen beantwortet. Daraus sind zehn Serienteile entstanden, in denen wir ganz genau über die Grenze geschaut, Klischees hinterfragt und mit vielen Menschen gesprochen haben. Gerade in der Coronakrise ist deutlich geworden: Die Menschen aus der Region wollen wissen, was beim westlichen Nachbarn passiert: Kann ich noch nach Zeeland reisen? Darf ich in Venlo shoppen? Und welche Freizeitparks haben geöffnet?

Nicht nur Urlaub und Freizeitgestaltung stießen auf großes Interesse, auch politische und gesellschaftliche Themen: Wie hoch sind die Coronazahlen? Warum bekommen die Niederländer den Radwegausbau viel besser hin? Wie gehen sie mit der Sterbehilfe um?

Suderwick und Dinxperlo zeigen, wie es geht

Offene Grenzen, das zeigt der Niederlande-Check, sind für die Menschen auf beiden Seiten selbstverständlich geworden, ohne sie geht es nicht mehr. Derzeit ist ein Besuch im Nachbarland nicht angeraten, bestenfalls führt die Corona-Erfahrung aber zu zweierlei: Einerseits zu einer Rückbesinnung auf die Region und die Entscheidungsträger vor Ort, die sich vehement dafür eingesetzt haben, dass die Grenze auch während der Pandemie offen bleibt. Und andererseits zu der Erkenntnis, wie sehr gerade die Grenzregionen miteinander verwoben sind, wie selbstverständlich man grenzenlos lebt. Das könnte nach Corona zu noch mehr Nähe führen.

Die Politik ist also gut beraten, die Voraussetzungen zu schaffen, dass beide Länder – trotz Pandemie – weiter zusammenwachsen können. Suderwick und Dinxperlo zeigen, wie sehr Dörfer von einer grenzüberschreitenden Kooperation profitieren, und sie sind vor allem beispielhaft dafür, dass die europäische Idee immer dann funktioniert, wenn die Politik bürokratische Hürden so weit wie möglich reduziert und die Bürger vor Ort so ihre Idee vom Zusammenleben umsetzen können.

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