Forschung

Den Kampf gegen Irrationalität und Dummheit aufnehmen

Christopher Onkelbach.

Christopher Onkelbach.

Foto: Foto Kai Kitschenberg/ FFS

Im Kampf gegen Populisten und Vereinfacher ist die Wissenschaft aufgefordert, sich stärker einzumischen. Es geht um Grundwerte der Demokratie.

Populisten eint die Sehnsucht nach einer überschaubaren Welt. Sie geben einfache Antworten auf eine komplexe, unverständliche Welt. „Es gibt ein neues Klima des Stolzes auf Irrationalität und Dummheit.“ So prägnant brachte der Politikwissenschaftler Thomas Noetzel aus Magdeburg die gefährliche Entwicklung auf den Punkt. Fake News, Behauptungen, Vereinfachungen und „alternative Fakten“ diskreditieren die Wissenschaft, machen Eliten verächtlich und eine freie und offene Debatte unmöglich. Übrig bliebe, was der Populismus als Wahrheit gelten ließe.

Es wird Zeit, dass auch Wissenschaftler und Forscher dagegen aufbegehren. Ansätze gibt es mit den Scientists for Future oder den jährlichen Wissenschafts-Märschen für Forschungs- und Meinungsfreiheit. Deshalb ist es richtig, wenn Wissenschaftler ihre Arbeit den Menschen näher bringen und jenseits von Fachaufsätzen erklären, was sie in Laboren und Hörsälen tun, welche Ziele sie anstreben. Denn Wissenschaft ragt in nahezu alle Lebensbereich der Menschen hinein.

Doch dazu ist mehr nötig als nur gute Wissenschafts-PR in eigener Sache. Komplexe Zusammenhänge müssen transparent erklärt werden und zwar so, dass auch der Laie den Sinn der Sache begreift. Wissenschaft muss sich stärker öffnen, erklären und einmischen. Sie muss sichtbar Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Dann besteht eine Chance, das Klima von „Irrationalität und Dummheit“ zu überwinden. Denn Wissen schafft Vertrauen, baut Ängste ab und macht fähig zu einer aufgeklärten Diskussion. Und das ist die Grundlage unserer Demokratie.

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