Beschwerden

Corona-Schutz birgt Dilemma in der Pflege

Redakteurin Stephanie Weltmann.

Redakteurin Stephanie Weltmann.

Foto: Michael Gottschalk / FUNKE Foto Services

Essen.  Betreiber von Altenheimen sind in einer schwierigen Position. Trotzdem dürfen sie Rechte der Bewohner nicht stärker beschneiden als erlaubt.

Als NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann kurz vor Muttertag die Pflegeheime wieder für Besucher geöffnet hat, barg das für die Pflege im Land ein Dilemma. Es sollte weiterhin die in dieser Pandemie besonders empfindsame Gruppe unter erschwerten Bedingungen geschützt werden. Zugleich aber galt es endlich wieder, dem Recht auf Selbstbestimmung und soziale Kontakte dieser Menschen gerechter werden zu können als in den Wochen zuvor.

Einerseits Schutz zu gewähren und anderseits Freiheiten sicherzustellen – in diesem Spannungsverhältnis entstehen noch heute an jedem Tag viele Herausforderungen für Beschäftigte und Betroffene vor Ort. Davon zeugen nicht zuletzt die rund 1200 Anrufe Hilfe- und Ratsuchender, die sich an Fachleute des Landes gewandt haben.

Betreiber von Altenheimen mögen aktuell in keiner einfachen Position sein. Ihre Sorgen vor Infektionen im eigenen Haus rechtfertigen aber nicht, wenn Menschen stärker eingeschränkt werden als erlaubt und als notwendig. Pflegebedürftige sind in der Regel zwischen drei und sechs Monate in einer stationären Einrichtung – ihren Lebensabend trotz der Pandemie so wenig wie möglich einzuschränken, das muss trotz aller Herausforderungen der Grundsatz vor Ort sein.

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