Thyssen-Krupp

CDU und FDP lavieren herum

Bei der möglichen Abspaltung der Stahlsparte von Thyssen-Krupp geht es um tausende Jobs. Das darf keiner Landesregierung in NRW egal sein.

Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger ringt mit den Betriebsräten hart um die Abspaltung der Stahlsparte. Dabei schenken sich beide nichts. Die schlechteste Figur macht im Kampf um den Stahl aber seit Monaten die Landespolitik – vor und nach dem Regierungswechsel.

Die abgewählte SPD-Ministerpräsidentin Kraft hat kurz vor der Landtagswahl eine Großdemo in Duisburg gemieden und die Stahlkocher verärgert. Die aktuelle Kritik der SPD an Nachfolger Laschet wirkt daher fad. Der hält sich freilich ebenfalls auffällig zurück. Und ausgerechnet der FDP-Wirtschaftsminister, dem man Neutralität zu Unternehmens-Entscheidungen zugestehen würde, schlägt sich auf Hiesingers Seite, erweckt aber den Eindruck, eigentlich ginge ihn das ja gar nichts an. Dann hätte er besser geschwiegen.

Es geht um Tausende Jobs – das darf keiner Landesregierung egal sein. Politik, die sich raushält, glaubt nichts falsch zu machen – und irrt. Bei Tengelmann hätte ein Raushalten des damaligen Bundeswirtschaftsministers Gabriel viele Arbeitsplätze gekostet. Er hat nicht aktiv eingegriffen, sondern vermittelt. Das stünde auch Schwarz-Gelb in der Causa Thyssen-Krupp deutlich besser als dieses Rumlavieren.

Auch interessant
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben