Lehramtsstudenten

Bitte mehr Rücksicht auf künftige Lehrer

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Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

NRW braucht mehr Lehrer. Aber die Studienbedingungen im Lehramt sind laut Gewerkschaft GEW schlecht. Kein Wunder, dass Pädagogen fehlen.

Vergangene Woche hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer „Bittbriefe“ an 5500 Gymnasial- und Gesamtschullehrer verschickt, um ihnen die Bewerbung zum Beispiel an Grundschulen und Berufskollegs schmackhaft zu machen. Eine Verzweiflungstat angesichts eines dramatischen Lehrermangels an vielen Schulformen. Die Not dürfte dieser Appell kaum lindern.

Wenn so viele Lehrer fehlen und schnell ausgebildet werden müssen, dann sollte man annehmen, Lehramtsstudenten würden in Nordrhein-Westfalen besonders gefördert und umworben. Das Gegenteil ist aber der Fall, wie die schlimmen Ergebnisse der GEW-Studie zeigen. Oftmals sind die Fächer, die sich die Studenten aussuchen, in der Realität gar nicht „studierbar“, weil sie organisatorisch nicht zueinander passen. Da überschneiden sich zum Beispiel Veranstaltungen für Mathe, eine Fremdsprache und Lehramts-Pädagogik. Die eine Fakultät weiß nicht, was die andere macht.

Die Liste der Mängel ist lang. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Sonderpädagogen ist es verwunderlich, dass eine Spezialisierung auf diese Laufbahn nur an fünf Unis im Land angeboten wird. Bei den Lehramts-Studienangeboten gibt es insgesamt jede Menge „weiße Flecken“ auf der NRW-Karte. Mehr Beratung müsste her, mehr Rücksicht auf die Besonderheiten gerade dieses Studiums, mehr Hinwendung zum Studenten. Die jungen Leute können im Zweifel etwas anderes studieren, auch in einem anderen Bundesland. Der Staat will ja, dass sie hier Lehrer werden.

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