Fotoverbot

Bilder gehören bei der Einschulung einfach dazu

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

Foto: Marit Langschwager / FUNKE Foto Services

Erste Schulen in NRW verbieten das Fotografieren auf den Einschulungsfeiern. Das kann nicht der richtige Weg sein.

Mit breiter Zahnlücke und noch breiterem Grinsen steht das i-Dötzchen da, hält stolz die Schultüte und kichert verlegen neben einem künftigen Mitschüler, mit dem es vielleicht durch dick und dünn gehen wird. Ein Moment für die Ewigkeit, den man jetzt mühelos per Handykamera festhalten könnte. Aber Moment mal: Die Schule hat doch ein Foto-Verbot ausgesprochen. Wer würde sich in so einem Moment daran halten?

Die Einschulung ist einer der größten Momente im Leben. Schulen können Familien das Festhalten dieses Moments nicht nehmen, weil sie vor dem Datenschutz kapitulieren. Klar, weniger Blitzgewitter und mehr Leben im Moment würde vielen erwachsenen Smartphone-Nutzern gut tun. Aber ein Erinnerungsfoto von der Einschulung gehört in jedes Familienalbum.

Dennoch lässt sich verstehen, warum Schulen diesen drastischen Schritt gehen. Viele Eltern sind zu sorglos im Umgang mit ihren Daten. Kaum ist das Foto mit der Schultüte geschossen, wird es zum Whatsapp-Profilbild gemacht. Dass damit Bildrechte an die Datenkrake Facebook abgeben werden, muss an den Schulen bis zur Ermüdung thematisiert werden. Aber ein Foto-Verbot ist sicher der falsche Weg.

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