Beim Diesel ist das Ruhrgebiet Vorreiter

Frank Meßing

Frank Meßing

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Service

Im Ruhrgebiet fahren deutlich weniger Diesel als in anderen Metropolen. Fahrverbote sind dennoch nicht ausgeschlossen.

Fahrverbote auch im Ruhrgebiet sind noch nicht vom Tisch. Das hat das Oberverwaltungsgericht Ende Juli für die Stadt Aachen klargestellt. Geht es nach der Statistik, haben Essen und Gelsenkirchen gute Karten, Fahrverbote abzuwenden. Denn hier wie im übrigen Revier fahren deutlich weniger stinkende alte Diesel als in Metropolen wie Hamburg, München und Berlin, aber auch Landkreisen wie Borken oder in der Städteregion Aachen.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Im Ruhrgebiet mag sich der in der Anschaffung teurere Diesel nicht so sehr rechnen, weil die Halter hier eher kürzere Strecken zurücklegen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass das Umweltbewusstsein zwischen Duisburg und Dortmund größer ist als in Frankfurt oder Köln.

In Bochum jedenfalls fällt auf, dass das gute Angebot für Elektroautos Früchte trägt. Hier fahren nicht nur die wenigsten alten Diesel, sondern relativ auch die meisten E-Autos im Ruhrgebiet. Dass Deutschland bei der Elektromobilität nicht vom Fleck kommt, ist also nicht naturgegeben, sondern Folge der viel zu zögerlichen Politik. Staat und Wirtschaft müssen Anreize schaffen. Die Bürger warten darauf.

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