Kommentar

Befürchtete Klinik-Schließung: Unbegründete Hysterie

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner

Foto: Marit Langschwager / FUNKE Foto Services

Klinikvertreter laufen Sturm gegen die neue Krankenhausplanung. Dass mehr als 250 Häuser in NRW schließen ist aber unrealistisch.

Klinikvertreter malen den Teufel an die Wand: Drei Viertel der Kliniken in NRW könnten schließen. Eine Horror-Nachricht, die sie der Tatsache entnehmen, dass mit Reinhard Busse ein Wissenschaftler die Bedarfsanalyse für die neue Krankenhausplanung schreibt, der es für sinnvoll hält, die Zahl der Kliniken deutschlandweit radikal zu reduzieren. Dabei liegt das Gutachten noch gar nicht vor. Und eins zu eins in die Klinikplanung einfließen wird es ohnehin nicht. Es ist schließlich nur ein Gutachten.

Woher diese hysterische Interpretation eines noch nicht vorliegenden Gutachtens kommt, ist offensichtlich: Eine zunehmende Zahl von Kliniken ist aufgrund eines wachsenden wirtschaftlichen Drucks ohnehin zu Schließungen oder Zusammenlegungen gezwungen. Nun will man nicht auch noch, dass das Land diese Entwicklung befördert, indem es halbwegs wirtschaftlich handelnde Abteilungen oder Häuser aus der Krankenhausplanung streicht.

Dass sich die Krankenhauslandschaft in NRW verändern wird, ist aber unaufhaltbar. Viele Experten betonen, dass eine zu hohe Versorgungsdichte und viele kleine Kliniken nicht zukunftsträchtig sind. Es ist aber schlicht übertrieben zu behaupten, dass damit das Ende für mehr als 250 Häuser in NRW besiegelt wäre. Gerade in ländlichen Regionen wäre das absurd – und die will das Land künftig sogar strukturell stärken.

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