Daten

Beängstigend ist nicht nur die Sammelwut

Seine Passwörter sollte man regelmäßig ändern, raten Experten.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Seine Passwörter sollte man regelmäßig ändern, raten Experten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Ganz schön viel für einen Tag: Deutsche Behörden verschicken Hunderttausende „stille SMS“, um Bewegungsprofile zu erstellen. In den USA gibt es einen neuen Snowden, der zeigt, dass sich am Datenhunger nichts geändert hat. Russische Hacker sind an 1,2 Milliarden Nutzernamen und Passwörter gelangt.

Unterschiedlichste Vorgänge mit einer Gemeinsamkeit: Staatliche Schnüffler und Kriminelle sammeln, was sie in die Finger bekommen können, in der Hoffnung, irgendein Nutzen werde sich daraus schon filtern lassen. Das haben ihnen die kommerziellen Sammler Google, Facebook, Amazon, Instagram, Flickr & Co. vorgemacht. Und die stehen erst am Anfang ihrer Machtentfaltung.

Was dagegen zu tun wäre: Politisch könnten wir auf unsere Regierungen einwirken, eigenen und fremden Spionagediensten Grenzen zu setzen und kommerzielle Anbieter zu regulieren. Sonderlich erfolgsversprechend scheint das nicht. Persönlich könnten wir uns klar machen, dass es auch im Netz nichts umsonst gibt und wir mit unseren Daten bezahlen, dass Cloud-Wolken durchsichtig sind und Anonymität eine Idee von gestern ist.

Das sind keine neuen Erkenntnisse. Aber für die meisten von uns folgen daraus keine Konsequenzen. Wem Passwörter mit % oder & schon zu mühsam sind, scheut erst recht den Aufwand für komplizierte Verschlüsselungen und doppelte Absicherungen. Alles soll schnell und leicht gehen - das ist ja das große Versprechen. Dass auch diejenigen, die angeblich nichts zu verbergen haben, Entscheidendes zu verlieren drohen, nämlich ihre Privatsphäre, ist entweder noch nicht wirklich begriffen worden oder wird nicht als bedrohlich empfunden. Das ist vielleicht das Beängstigendste.

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