Fusion

Banker in Angst

Foto: Kai Kitschenberg

Gegen die Fusion von Deutscher und Commerzbank wollen Mitarbeiter streiken. Von der Politik haben sie keine Unterstützung zu erwarten.

Zehn Jahre wird es am 10. Mai her sein, dass die Dresdner Bank vom Markt verschwand. Die Nummer drei in Deutschland wurde von der Commerzbank, der Nummer zwei, geschluckt. Das Ergebnis ist bekannt: Rund 9000 Arbeitsplätze fielen weg, 400 Filialen wurden geschlossen. Wer braucht schon zwei Geschäftsstellen desselben Instituts gleich nebeneinander? An diesen schmerzhaften Integrationsprozess werden sich die Beschäftigten erinnern, wenn sie sich nun offenbar mit Streikmaßnahmen gegen die geplante Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wehren wollen.

Arbeitskampf und rote Fahnen sind in Banker-Kreisen nicht das Mittel der Wahl. Doch was bleibt ihnen übrig, um sich gegen den drohenden Kahlschlag zu wehren und auf ihre Ängste aufmerksam zu machen? Der Weg zu „Deutsche Commerz“ dürfte blutiger ausfallen als die Fusion 2009. Rund 30.000 Stellen könnten zur Disposition stehen – die Zahl wird Verdi nicht aus der Luft gegriffen haben. Die Politik jedenfalls wird den Mitarbeitern bei ihrem Kampf gegen die Fusion kaum zur Seite stehen. Finanzminister Olaf Scholz gilt schließlich als Motor des möglichen Zusammenschlusses.

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