U-Haft für Audi-Chef

Autobranche im Zwielicht

Wohl kaum jemand im Land hat noch Zweifel daran, dass die Hersteller in den diversen Dieselaffären getrickst, wenn nicht gar betrogen haben.

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Was ist nur aus Deutschlands Autobauern geworden? Noch vor wenigen Jahren hat uns die Welt um diese Vorzeigeindustrie beneidet. Die Chefs von Volkswagen, Audi, Porsche und Daimler sonnten sich im Erfolg und ließen sich wie Popstars feiern. Nun dürfte auf den Vorstandsetagen die Angst umgehen. Dass sich mit Audi-Chef Stadler erstmals ein aktiver Vorstandschef eines großen Autokonzerns in Untersuchungshaft befindet, ist nicht nur für die VW-Tochter, sondern für die ganze Branche, deren Image ohnehin angekratzt ist, ein harter Schlag.

Wohl kaum jemand im Land hat noch Zweifel daran, dass die Hersteller in den diversen Dieselaffären mindestens getrickst, wenn nicht gar betrogen haben. Es wäre fatal, wenn in einem Rechtsstaat der Eindruck entstünde, Wirtschaftsbosse seien unantastbar. Es gibt für Deutschlands Justiz keinen Grund, Top-Manager mit Samthandschuhen anzufassen. Nebenbei: Ob auch Ex-VW-Chef Winterkorn Ungemach droht? Wenn schon die Aufarbeitung der Skandale in den Firmenzentralen – gelinde gesagt – sehr zurückhaltend betrieben wird, sollte zumindest die Justiz gewissenhaft und gründlich vorgehen.

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