Wachstum

Auch der Staat muss investieren

Die Wirtschaftskraft in Deutschland wächst, weil Unternehmen investieren und Bürger konsumentieren. Jetzt ist auch der Staat am Zuge.

Für Kanzlerin Angela Merkel kann es kaum besser laufen: Der Aufschwung geht ins achte Jahr. Unter ihrer Regentschaft scheint das Wachstum der deutschen Wirtschaft kein Ende zu nehmen. Sechs Wochen vor der Bundestagswahl geht vom sperrigen Begriff Bruttoinlandsprodukt das Signal aus, dass es vielen Unternehmen und Bürgern im Augenblick richtig gut geht.

Die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank, die sich zu ei­nem Dauerzustand zu entwickeln scheint, kurbelt Investitionen und privaten Konsum an. Geld anzulegen, lohnt kaum noch. Der Einzelhandel kann sich über prächtige Zuwächse freuen. Die Steuereinnahmen für den Staat sprudeln. Allein der Exportmotor stottert ein wenig.

Diese paradiesischen Zustände passen aber so gar nicht dazu, dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterher hinkt, bei der Elektromobilität weltweit das Schlusslicht ist und bei der Bildung nicht gerade an der internationalen Spitze steht. Wenn nicht jetzt, wann dann will der Staat selbst seine Investitionen wieder ankurbeln? Das werden sich auch die Auto- und Lkw-Fahrer fragen, die bislang im Stau vor der gesperrten maroden Rheinbrücke in Duisburg stehen.

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