Naturschützer gegen Klimaschützer: Ein Streit, der den Gegnern der Energiewende in die Karten spielt. Es braucht eine Vermittlung.

Um den Klimawandel abzubremsen, ist ein möglichst zügiger Ausstieg aus der Verbrennung von Kohle unabdingbar. Insofern ist es wegweisend, dass die Berliner Koalitionäre in spe sich auf einen Kohleausstieg bereits im Jahr 2030 verständigt haben, so dies denn ohne eine Gefährdung der Energiesicherheit möglich ist. Um das Ziel zu erreichen, muss eine Mammutaufgabe bewältigt werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss entschlossener und schneller umgesetzt werden. Es müssen erheblich mehr Windkraftanlagen und neue Stromtrassen gebaut werden.

Nun gärt aber seit Jahren ein Streit ausgerechnet in der Szene derjenigen, die sich den Umwelt- und Naturschutz auf die Fahnen geschrieben haben. Wie tief die Gräben mittlerweile sind, hat die Demonstration von Vertretern des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) vor der Düsseldorfer Landesgeschäftsstelle des Naturschutzbundes NABU am Mittwoch gezeigt.

Der NABU unterstützt häufig lokale Initiativen, die sich gegen Windkraftprojekte oder den Bau neuer Stromtrassen richten, weil die Organisation den Artenschutz gefährdet sieht. Der LEE wirft den Naturschützern vor, durch ihre juristischen Anfechtungen solcher Projekte die Energiewende insgesamt zu gefährden. Es ist ein Streit, der jenen in die Karten spielt, die den Kampf gegen den Klimawandel und die Umrüstung auf erneuerbare Energien generell für unnütz halten. Wenn sich schon Umwelt- und Naturschützer derart ineinander verhaken, dass eine zielführende Kommunikation kaum noch möglich scheint, dann sieht es für das Gelingen der Energiewende düster aus.

Umso wichtiger ist es, dass dieser Streit möglichst schnell gelöst wird, etwa unter Hinzuziehung von Moderatoren. Das könnte auch eine Aufgabe der grünen Landespolitik sein.