Das Gipfeltreffen zwischen dem russischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden ist ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität.
Der ehemalige sozialdemokratische Bundeskanzler Helmut Schmidt hat einmal gesagt: „Besser 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“
Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen, wenn man bei Auseinandersetzungen zwischen Staaten das Reden in den Mittelpunkt stellt, und nicht das Säbelrasseln. Genau davon gibt es seit langer Zeit genug in der Welt.
Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen belasten die Sicherheit auf unserem Planeten und sie haben längst Erinnerungen an den Kalten Krieg geweckt.
Putin testet immer wieder, wie intensiv er Grenzen überschreiten darf. Weil es wirtschaftlich im eigenen Land nicht gut läuft, sucht er sich „Erfolge“ eben auf fremdem Terrain. Der russische Präsident träumt dabei weiter von einer Wiederherstellung der UdSSR. Selbst Stalin wird in den Schulen nicht mehr als Verbrecher, sondern als Held verehrt, der Nazi-Deutschland bezwungen hat. Von Stalins Opfern im eigenen Land ist keine Rede.
Nicht in Konfrontation erstarren
Natürlich ist das alles schwer zu ertragen. Aber unterm Strich bringt es nichts, wenn Russland und der Westen in Konfrontation erstarren. Am Ende leiden vor allem die Menschen darunter. In den umkämpften Gebieten wie durch die westlichen Sanktionen.
Und zur Wahrheit gehört auch, dass die NATO-Manöver dicht an der russischen Grenze alles andere als förderlich sind, um die Spannungen zwischen den Blöcken zu lindern. Aktionen erzeugen Gegenreaktionen – so geht das seit Menschengedenken im Streit. Und irgendwann kann sich niemand mehr erinnern, wer eigentlich angefangen hat.
Dass Joe Biden und Wladimir Putin nun miteinander gesprochen haben, ist immerhin ein kleiner Schritt hin zu einer Normalität, die unsere Welt dringend braucht. Helmut Schmidt hatte einfach Recht.