Tierfriedhof

Die letzte Ruhestätte fürs geliebte Tier

Angela Hoppmann, die Verwalterin des privaten Dortmunder Tierfriedhofs im Stadtteil Oespel, stand Zeus-Reporterin Selma Brüning in einem Interview Rede und Antwort.

Angela Hoppmann, die Verwalterin des privaten Dortmunder Tierfriedhofs im Stadtteil Oespel, stand Zeus-Reporterin Selma Brüning in einem Interview Rede und Antwort.

Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Was passiert, wenn das Haustier stirbt? Eine Möglichkeit, sich von dem tierischen Familienmitglied zu verabschieden, ist eine Bestattung auf einem speziellen Tierfriedhof. Zeus-Reporterin Selma Brüning sprach mit der Leiterin des Tierfriedhofs in Dortmund.

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Wohin kommen lieb gewonnene Tiere nach dem Tod? Diese Frage stellen sich viele Tierbesitzer. Die Antwort ist erschreckend: Oft, wenn das Tier nach dem Tod beim Tierarzt gelassen wird, landet es in so genannten Tierkörperbeseitigungsanlagen. Das möchten viele Tierbesitzer nicht. Daher gibt es Tierfriedhöfe, wie etwa in Dortmund-Kley. Zeus-Reporterin Selma Brüning sprach mit Angela Hoppmann, der Verwalterin des Dortmunder Tierfriedhofs, der in privater Trägerschaft betrieben wird.

Frau Hoppmann, seit wann gibt es den Tierfriedhof in Dortmund?

Die ersten Tiere wurden 1986 beerdigt.

Warum lassen Menschen ihre Tiere beerdigen?

Die Menschen wollen nicht, dass aus ihren Tieren nach dem Tod Seifen oder Cremes und so etwas hergestellt werden. Auch die Liebe zum Tier spielt eine Rolle. Hier können sie die Tiere immer besuchen. Sie haben so immer eine Anlaufstelle und können dort hingehen, ein paar Blümchen hinlegen.

Kommen die Menschen immer wieder zu den Gräbern?

Sie besuchen die Gräber genau wie auf einem normalen Friedhof. Sie kommen sogar manchmal von weit her, etwa aus Bayern. Doch selbst sie kommen zweimal im Jahr und besuchen die Grabstätte.

Gibt es Rituale?

Klar. Manche legen Blümchen oder Steine mit den Namen der Tiere aufs Grab, andere bringen Windmühlen oder das Lieblingsspielzeug des Tieres mit.

Welche Tiere werden auf dem Friedhof bestattet?

Alle Haustiere: Vögel, Meerschweinchen, Hamster, Schildkröten, Hunde und Katzen. Alles. Nur Großtiere, etwa Pferde, werden bei uns nicht bestattet. Bei großen Doggen ist Schluss. Größer eben nicht

Es gibt spezialisierte Tierbestatter-Unternehmen. Arbeiten Sie mit den en zusammen oder bestattet jeder Tierbesitzer sein Tier selbst?

Das macht jeder Tierbesitzer selbst. Wenn ein Tier verbrannt werden soll, geben wir schon mal eine Telefonnummer raus. Wir selbst haben keine Verbrennungsanlage.

Wie werden die Tiere denn meist bestattet?

Bei uns gibt es sowohl Urnenbeisetzungen als auch ganz normale Beisetzungen. Wir haben auch anonyme Gräber. Da liegen die Tiere unter einer Wiese und die Leute brauchen sich nicht um das Grab zu kümmern.

Wie sieht so eine Beisetzung aus?

Es ist wie bei einer normalen Beisetzung. Ein Gärtner gräbt ein Loch, in das das Tier hineingelegt wird. Dann nehmen die Trauernden Abschied. Anschließend schaufelt der Gärtner die Erde wieder ins Grab. Und die Menschen können dann Blümchen pflanzen und einen Stein aufs Grab stellen.

Bekommen die Tiere auch einen Sarg oder eine Urne?

Ja. Viele wickeln das Tier aber auch nur in ein Leinentuch. Es muss in jedem Fall aus Leinen oder aus Baumwolle sein. Das Tier darf nicht Synthetik einwickelt sein, damit das Material verrotten kann.

Und was ist mit Särgen?

Die Wahl des Sargs ist auch eine Kostenfrage. Es gibt preiswerte Särge aus Pappe. Wir haben aber auch Modelle aus Holz. Die kosten rund 100 Euro.

Findet eine regelmäßige Grabpflege statt?

Ja. Es gibt aber auch Gräber, die nicht mehr gepflegt werden. Die Menschen haben meist nach zwei, drei Jahren das Tier vergessen. Jeder kann das gemietete Grab aber so lange behalten, wie er möchte. Minimum sind drei Jahre, kleine Gräber, etwa von Hasen oder Vögeln, können nach zwei Jahren gekündigt werden. Die meisten halten das Grab aber länger.

Und was kostet so ein Grab ungefähr?

Es kommt auf die Größe an. Ein Kleines kostet mit der Beerdigung 100 Euro für zwei Jahre.

Was lernen sie hier über das Zusammenleben von Mensch und Tier?

Die Menschen hängen an ihren Haustieren. Und es ist gut, dass sie dann mit dem Tierfriedhof eine Anlaufstelle haben. Manche sitzen zwei Stunden auf dem Friedhof. Gerade erst habe ich mit einer Dame gesprochen, die hat sich Stunden auf dem Friedhof auf die Bank gesetzt, weil sie das Tier auch 20 Jahre gehabt hatte. Es war für sie wie ein Familienmitglied.

Selma Brüning, Klasse 8a, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Wetter

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