Sportkleidung

Sportschuh-Legenden und zerstrittene Brüder

Adolf Dassler (links) war der Handwerker, sein Bruder war der extrovertierte Kaufmann: Gemeinsam haben sich die Dassler Brüder gut ergänzt, doch nach dem zweiten Weltkrieg kam es zum Bruch.

Adolf Dassler (links) war der Handwerker, sein Bruder war der extrovertierte Kaufmann: Gemeinsam haben sich die Dassler Brüder gut ergänzt, doch nach dem zweiten Weltkrieg kam es zum Bruch.

Foto: Karl Schnoerrer

Xanten/Herzogenaurach.   Adi Dassler war Gründer des Adidas-Imperiums, sein Bruder Rudi rief die Marke Puma ins Leben. Anna-Maria Oestreich schaut auf das Leben der Brüder zurück.

Im Jahr 1920 verwirklichte Adolf Dassler seinen Traum und begann, in der Waschküche seiner Mutter, Sportschuhe herzustellen. Vier Jahre später holte er seinen Bruder Rudolf mit ins Boot. So entstand die erste Firma „Gebrüder Dassler“. Die Aufgabenverteilung war einfach: Adi, der eigentlich gelernter Bäcker war, fertigte die Schuhe, sein Bruder kümmerte sich ums Geschäft. Adi wollte, dass nur die besten Sportler seine Schuhe trugen: Schon bei den Olympischen Spielen 1936 gab er dem amerikanischen Sprinter Jesse Owens seine Schuhe, der damit vier Gold-Medaillen gewann.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zum Bruch zwischen Adi und Rudi, der daraufhin das Konkurrenz-Unternehmen Puma gründete. Was genau zu der Trennung führte, ist nicht bekannt. Schon immer hatten die Brüder ihre Differenzen. Manche behaupten, es wären um Geld gegangen. Von diesem Zeitpunkt an war die Stadt Herzogenaurach zutiefst gespalten. Wenn zum Beispiel ein Kind Adidas-Schuhe trug, durfte es nicht mit einem Kind mit Puma-Schuhen spielen. Die Erwachsenen schauten zuerst auf die Schuhe, bevor man sich auf der Straße begrüßte. Zum Glück ist das heute anders. Wie tief die Rivalität zwischen den Brüdern am Ende war, zeigte sich daran, dass Adi nicht zur Beerdigung seines Bruders Rudolf ging.

Heute tragen die Sportler überwiegend Adidas, so auch unsere Fußballnationalmannschaft. Doch das war eigentlich nicht von Anfang an der Plan: Zuerst sollte die Mannschaft Puma tragen. Adidas und Puma sind heutzutage neben Nike die größten Sportartikelkonzerne der Welt.

Anna-Maria Oestreich, Klasse 8b, Marienschule Xanten

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben