Polizei

„Kein Tag ist wie der andere“

Ein Kriminaltechniker der Polizei bei der Untersuchung eines Türknaufs nach einem Einbruch. Die Aufklärung und Prävention von Einbrüchen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Polizei.

Ein Kriminaltechniker der Polizei bei der Untersuchung eines Türknaufs nach einem Einbruch. Die Aufklärung und Prävention von Einbrüchen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Polizei.

Foto: picture alliance / dpa

Wesel.   Die MC-Reporterinnen Florentine Trabert und Marie Krechter blicken hinter die Kulissen der Kreispolizeibehörde Wesel

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Man kennt sie von Blitzern oder von Verkehrskontrollen: Polizisten werden oftmals als lästig betrachtet. Doch was gehört tatsächlich zu den Aufgaben der Polizei? Polizisten der Kreispolizei Wesel bieten einen Einblick hinter die Kulissen, erzählen von ihrem Alltag und decken Vorurteile auf.

Obwohl es häufig den Eindruck macht, dass der Beruf des Polizisten eintönig sei, ist das genaue Gegenteil der Fall. Nämlich „sehr interessant und abwechslungsreich“, so Andrea Margraf, Pressesprecherin der Polizei Wesel. „Man hat jeden Tag mit verschiedenen Menschen zu tun, deshalb ist kein Tag wie der andere.“

Immer auf das Umfeld achten

„Es ist wichtig, dass sich der Bürger mit seinen Problemen an die Polizei wenden kann“, erklärt Astrid Krechter, Wachleiterin der Polizeiwache Hamminkeln. Sie selber ist im Alter von 19 Jahren zur Polizei gegangen, nachdem sie eine Ausbildung im Büro gemacht hatte. „Sehr spannend ist es, wenn man einen Hinweis bekommt und im Anschluss die Tat durch Festnahme des Täters und Auffindung von Diebesgut, Waffen oder Drogen aufklärt“, so die 48-Jährige. „Natürlich ist der Beruf gefährlich, und deshalb muss man immer auf sich und sein Umfeld achten.“

Gefahrenabwehr und Strafverfolgung sind die Kernaufgaben der Polizei. Zum Thema Strafverfolgung zählt auch die Aufklärung von Verbrechen. Hier liegt der Schwerpunkt besonders auf den zahlreichen Wohnungseinbrüchen, weil die Zahlen in dem Bereich stark gestiegen sind. Die Polizei ermittelt nicht nur, sondern gibt auch Präventionstipps. Im Kreis Wesel liegt die Aufklärungsquote bei über 20 Prozent und damit weit über dem Landesdurchschnitt.

Das liegt vor allem daran, dass sich die Polizei auf eine professionelle Tatortaufnahme, zum Beispiel Spurensicherung, Hinweise aus der Bevölkerung sowie intensive Ermittlungsarbeit, konzentriert. Im Kreis Wesel gibt es eine Ermittlungskommission, die sich nur mit dieser Thematik beschäftigt. „Generell ist es sehr schwer, nach Einbrüchen Täter zu ermitteln, da es sich häufig um überörtlich agierende Banden handelt. Diese brechen in mehrere Häuser eines ganzen Ortsteils ein und verschwinden spurlos. Das zieht eine umfangreiche Ermittlungsarbeit nach sich“, berichtet Andrea Margraf.

Steigende Bewerberzahlen

Zurzeit versuchen alle Polizeibehörden mit einem „Einbruchsradar“, der auf der Internetseite der Polizei veröffentlicht wird, die Menschen zu sensibilisieren. „Deshalb appellieren wir an die Bevölkerung, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei zu informieren“, so Margraf.

„Aufgrund dieser vielfältigen Aufgaben hat die Polizei ansteigende Bewerberzahlen“, erklärt Judith Braun, Einstellungsberaterin für den rechtsrheinischen Bereich der Kreispolizei Wesel. Am 1. September erhalten 1920 Bewerber die Möglichkeit, ein duales Studium bei der Polizei NRW zu beginnen. Im Jahr 2013 waren es nur 1477. Im Bewerbungszeitraum 2015 und 2016 gingen 9120 Online-Bewerbungen beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten ein.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist geprägt von Modulen im Bereich Theorie, Training und Praxis. Um Polizist zu werden, muss man einige Voraussetzungen erfüllen: kommunikativ, selbstbewusst und zuverlässig sein sowie physisch und psychisch belastbar. Frauen müssen mindestens 1,63 Meter, Männer 1,68 Meter groß sein.

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