Beruf

Deutsche Polizisten am Limit

Berlin, Germany - June 17, 2013: Policeman stays near the Bundestag of Germany in the summer day

Berlin, Germany - June 17, 2013: Policeman stays near the Bundestag of Germany in the summer day

Foto: ks2009q

Moers.   Viele Polizisten reizt die Abwechslung ihrer Arbeit. Viel beklagen aber auch die hohe Kriminalitätsrate gegenüber Autoritätspersonen. Denn in letzter Zeit wird die Ablehnung gegen die Polizei immer größer und die Übergriffe auf einzelne Beamte verstärken sich. Woher rührt diese aufkommende Wut?

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Viele Polizisten reizt die Abwechslung ihrer Arbeit. Viel beklagen aber auch die hohe Kriminalitätsrate gegenüber Autoritätspersonen. Denn in letzter Zeit wird die Ablehnung gegen die Polizei immer größer und die Übergriffe auf einzelne Beamte verstärken sich. Woher rührt diese aufkommende Wut?

Immer wieder hört man von ausgearteten Demonstrationen und von fehlender Polizeipräsenz und dem dadurch verursachtem Misstrauen in der Bevölkerung. Ein Problem sind die Überstunden und die steigende Anzahl an Einsätzen, die jeder Polizist im nicht regulären Dienst anhäuft, aber trotzdem nicht ausgezahlt bekommt. Viele ehemalige Polizisten berichten von zu viel Arbeit und einem daraus resultierenden hohen Stressfaktor. Und natürlich ist es klar, dass ein gestresster und übermüdeter Polizist unüberlegter handelt als ein ausgeruhter. Dann kommt es auch öfter zu Eskalationen bei Routineeinsätzen durch Beleidigungen oder gar durch Angriffe auf die Polizisten selber.

Ein Grund für die längeren Arbeitszeiten ist die steigende Zahl von Großveranstaltungen, die Zahl der Geflüchteten, die nach Deutschland kommen und die erhöhte Terrorgefahr. Zudem ist der Personalmangel enorm: Laut Studien fehlen in Deutschland rund 10.000 Polizisten, somit machen die Angestellten die Arbeit für die nicht besetzten Stellen mit.

Noch dazu werden die Polizisten im Dienst oft von gewaltbereiten Menschen angegriffen und sogar verletzt. Wenn es ganz schlimm kommt, fallen auch Schüsse. Wie zum Beispiel im niedersächsischen Brake. Ein gewaltbereiter 50-Jähriger, der an Schizophrenie erkrankt ist, soll in die Psychiatrie eingewiesen werden. Doch es kommt ganz anders. Der Betroffene geht mit einem Zimmermannshammer auf die Polizisten los und versucht sie zu verletzen. Der eine Polizist feuert aus Notwehr zwei Kugeln auf den Mann, der geht zu Boden, versucht sich aber aufzurichten. Der Polizist feuert eine dritte Kugel ab, die mitten ins Herz trifft und den Mann tötet. Solche Situationen kommen vor und hinterlassen bei den Polizisten natürlich ihre Spuren.

Selbst normale Polizeikontrollen führen gelegentlich zu bedrohlichen und aggressiven Situationen und Ausschreitungen. Aber wie geht die Polizei damit um? Sie greift in den meisten Fällen noch härter durch, um trotz fehlender Polizeipräsenz Ruhe und Sicherheit auszustrahlen. So auch beim 24-jährigen Max in Bochum. Bei einer Demonstration brach ein Polizist ihm den Arm und obwohl er danach mehrfach Polizisten nach einem Sanitäter ansprach, wiesen diese ihn mit der Begründung ab, es sei seine eigene Schuld. In diesen Fällen wird auch oft gegen die Polizei ermittelt.

Zudem bleibt den Beamten auch kaum mehr Zeit, kleine Delikte wie Bagatellschäden oder Diebstähle aufzuklären, weil es genug Großeinsätze wegen Fußballspielen, Demos und Gewalt zwischen Gangs und Rockerbanden gibt.

Auch durch die hohen Flüchtlingszahlen sind die Polizisten überlastet, Angriffe gegen Asylbewerber müssen verfolgt werden und manchmal werden Sprachbarrieren zum echten Problem. Wenn zum Beispiel ein Kind vermisst wird und die ausländischen Eltern sich nicht richtig verständigen können.

Letztendlich ist ein Polizist im Dienst vielen Gefahren ausgeliefert. Außerdem sind viele Polizisten dauerhaft gestresst von den vielen Überstunden durch fehlende Polizisten und der Gewaltbereitschaft gegenüber Beamten. Doch viele Polizisten berichten auch von positiven Ereignissen mit gutem Ausgang, die doch zur Weiterarbeit motivieren. Das Berufsleben eines Polizisten hat also gute als auch schlechte Seiten.

Gerrit Schulz, Klasse 8a, Gymnasium Adolfinum, Moers

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