Denkmäler

Eigentlich ein Küchenturm

Der Hexenturm.

Der Hexenturm.

Foto: WP

Wenden.   Um den Hexenturm in Olpe ranken sich viele Gerüchte. Ob dort wirklich Hexen verbrannt wurden ist fraglich. Ursprünglich handelte es sich bei dem alten Gemäuer um ein Wirtschaftsgebäude.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Hexenturm wurde im Jahre 1311 (im 14. Jahrhundert) gebaut. Dieser diente eigentlich zum Halt der Stadtmauer und wurde ursprünglich nicht zur Hexenverbrennung genutzt. Normalerweise würde der Turm „Küchenturm“ heißen, da er eigentlich zu den Wirtschaftshäusern gehörte. Doch im 19. Jahrhundert wurde er zu „Hexenturm“ umbenannt, da man Touristen anlocken wollte. Es ist nicht sicher, ob es wirklich Hexen gab, die in diesem Turm hingerichtet wurden.

Im 13. Jahrhundert begannen die Bauarbeiten an der Olper Stadtmauer und dem Hexenturm. Es gab in dem Turm zwei Eingänge, einer war oben und einer unten auf der anderen Seite. Man vermutet, dass dort die Hexen gefangen gehalten wurden. Außerdem führt der untere Eingang zu einem Bunker,der im 2.Weltkrieg entstand. Der letzte Prozess gegen eine angebliche Hexe war im Jahre 1696. Nach einem schlimmen Stadtbrand im Jahre 1795, bei dem über 250 Häuser abgebrannt sind, musste ein Teil der Mauer inklusive des Südturms abgerissen werden. Dieser wurde aber im Jahre 1961 wieder aufgebaut. Man kann noch heute den Unterschied zwischen den alten und den neuen Steinen am Turm gut erkennen.

Im Zeitraum von 1587 bis 1697 gab es im Gerichtsbezirk Olpe ungefähr 45 Hexenprozesse, die auch nachweisbar sind. Insgesamt wurden 23 Menschen hingerichtet, davon waren 13 Frauen und zehn Männer. Andere Quellen berichten von mindestens 54 Verfahren mit 32 Opfern, davon 15 Männer. Leider sind die Hexenprozessakten nicht erhalten geblieben. Am schlimmsten war es in den Jahren 1629 bis 1630. In dieser Zeit wurden zwölf Personen auf den Scheiterhaufen geführt.1587 und 1588 wurden mehrere Personen angeklagt. Der Prozessausgang ist unklar geblieben. Im Jahr 1629 wurden in Olpe und Wenden zwölf Personen, davon sieben Frauen und fünf Männer, wegen Zauberei verbrannt. Die Person Reinartz, von dem es mehrere Tagebucheinträge gibt, hat 500 Menschen zum Tode verurteilt. Danach wurde auf ihn in Balve ein Attentat verübt, wobei er starb.

MediaCampus-Reporter Jonas Arens, Justin Rothenpieler, Klasse 8b, Konrad-Adenauer Schule, Wenden

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben