Schreiben

Berufsschüler aus Hagen hat ein Buch geschrieben

Autor Marvin Bittner mit Efruz Yafuz beim Interview.

Autor Marvin Bittner mit Efruz Yafuz beim Interview.

Foto: privat

Hagen.   Mit erst 17 Jahren legt der Berufsschüler Marvin Bittner sein Erstlingswerk vor. Efruz Yavuz vom Zeus-Team der Kaufmannsschule I aus Hagen sprach mit dem jungen Autor, wie er zum Schreiben kam und einen Verlag gefunden hat.

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Mit erst 17 Jahren legt der Berufsschüler Marvin Bittner sein Erstlingswerk „Pia Handrew & Das Leben an einer mysteriösen Schule“ vor. Efruz Yavuz vom Zeus-Team der Kaufmannsschule I sprach mit dem jungen Autor über sein Buch.

Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Bittner: Das geschriebene Wort hat mich schon immer interessiert. Ich habe immer gerne gelesen. Manche Bücher haben mich so sehr begeistert, dass ich es selbst versuchte, Geschichten zu erzählen. Einige davon habe ich schon vor einiger Zeit aufgeschrieben, jedoch nie zu Ende gebracht.

Wie hast du es jetzt geschafft, dieses Buch zu beenden?

Da ich immer gerne geschrieben habe, wollte ich nun wissen, wie meine Texte bei Verlagen ankommen. Sicherlich gab es zwischenzeitlich auch Momente, an denen ich mein Manuskript am liebsten verworfen hätte. Allerdings habe ich mir gesagt, dass ich das jetzt durchziehe. Denn ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann, ein größeres Projekt fertigzustellen.

Wie hast du die Zeit gefunden, zu schreiben?

Manchmal, wenn mir etwas spontan eingefallen ist, habe ich es sofort ins Manuskript mit eingearbeitet. Manchmal habe ich aber auch am Abend ein paar Stunden an dem Buch an einem Stück geschrieben. Es gab allerdings auch wieder Tage, an denen ich überhaupt nichts gemacht habe. Insgesamt habe ich für das Buch ein halbes Jahr gebraucht.

Ist dir das Schreiben nicht schwer gefallen?

Eigentlich überhaupt nicht. Wenn ich erst einmal mit dem Schreiben angefangen habe, dann bin ich auch in dieser Materie, von der ich dem Leser gerade berichten möchte.

Hast du den Text am Computer geschrieben?

Ungefähr 40 Prozent des Textes habe ich mit der Hand geschrieben, denn so war ich nicht an einen Ort gebunden und konnte auf der Terrasse oder im Park schreiben. Die anderen 60 Prozent habe ich sofort am Computer erstellt. Nachdem ich den Text fertig gestellt hatte, habe ich noch einmal Korrektur gelesen und Verbesserungen vorgenommen. Dann habe ich alles zusammengeführt.

Worum geht es in der Geschichte von Pia und was kann ich mir unter der von dir beschriebenen „mystischen Schule“ vorstellen?

In der Geschichte von Pia Handrew geht es – wie der Titel schon verrät – um Pia, die Hauptprotagonistin des Buches. Pia ist ein zwölfjähriges Mädchen. Eines Sommerabends erscheint ihr ein kleiner Kobold, der durch ein Spiegel in das Zimmer tritt. Durch diesen gelangt Pia an die mystische Schule, an der sie die Vorteile der Hexerei und Zauberei gelehrt bekommt. Außerdem erlebt sie einige Abenteuer. Eines davon ist die Suche nach ihrer Schwester.

Hattest du für die Lehrer, die im Buch vorkommen, reale Vorbilder?

Nein, die Lehrerfiguren habe ich mir komplett ausgedacht. Allerdings waren, nachdem ich die erste Lehrerfigur im Kopf hatte, durch dessen Mimik und Gestik die nächsten Ideen für weitere Charaktere entstanden.

Warum ist deine Heldin ein Mädchen?

Ich habe mich für eine Heldin entschieden, da es mit Harry Potter schon einen männlichen Helden in einer ähnlichen Geschichte gibt.

Hat dich Harry Potter zu dieser fantastischen Geschichte inspiriert?

Ja ein wenig. Ich hatte, nachdem die Harry-Potter-Romane veröffentlicht wurden, einige davon gelesen und daher vielleicht einen Draht zu fantastischen und mystischen Themen.

Warum spielt die Geschichte in England, hängt das auch mit dem Harry-Potter-Vorbild zusammen?

Eher nicht, ich interessiere mich für die englische Kultur, weil eine Tante von meiner Mutter in England wohnt. Und als ich die Geschichte geschrieben habe, habe ich mir Manchester und Southampton vorgestellt.

Wer wusste von deinem Buchprojekt?

Eigentlich niemand. Auch meine Eltern nicht. Die wussten zwar, dass ich etwas schreibe, aber nicht, dass das ein richtiges Buch werden sollte.

Und wie haben sie dann reagiert, als es fertig war?

Wenn keine Couch da gewesen wäre, wären sie glatt hinten ´rüber gekippt.

Wie haben deine Mitschüler und Freunde darauf reagiert, dass du ein Buch schreibst?

Wie gesagt, erst einmal haben sie, wie alle anderen auch, nichts von der Entstehung meines Buches beziehungsweise der Geschichte um Pia mitbekommen. Als es das Buch dann zu kaufen gab, habe ich es auf Facebook gepostet.

Bist du stolz, wenn du dir vorstellst, dass in einem Kinderzimmer jetzt dein Buch neben Büchern von Astrid Lindgren steht?

Stolz, würde ich jetzt nicht sagen, da sich für mich im Großen und Ganzen nichts geändert hat. Der Gedanke daran, fühlt sich allerdings gut an. Wie lief das denn dann ab, als der Text fertig war und zum fertigen Buch wurde?

Ich habe im Internet nach Verlagen geguckt. Anschließend habe ich dann etwa sechs angeschrieben. Dann hieß es erst einmal warten. Nach gut vier Wochen hat sich dann der erste gemeldet – mit positivem Feedback. Nachdem sich dann auch noch die anderen Verlage gemeldet haben – nur zwei hatten abgelehnt – habe ich die vier Angebote auf den Tisch gelegt und miteinander verglichen. Das für mich beste Angebot habe ich schlussendlich ausgesucht. Dann kamen E-Mails mit dem Verleger, der hat mir dann erklärt, wie es weitergeht: Der Lektor überprüft das Manuskript und der Graphiker bespricht dann mit mir die Gestaltung des Covers und dann geht alles in die Druckerei.

Wie kommt dein Buch jetzt an den Leser?

Erst einmal durch die Amazon-Werbung und die eigene Verlagshomepage www.wagner-verlag.de. Außerdem hatte der Wagner-Verlag einen Stand auf der Buchmesse in Frankfurt, den ich besucht habe. Dort wurde mein Buch vorgestellt.

Dann vielen Dank für das Interview und viel Erfolg.

Vielen Dank.

Das Interview führte:
Zeus-Reporterin Efruz Yafuz, Klasse: H12A, Kaufmannsschule I, Hagen

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